Vom 28. bis 30. Juni fand in Krasnodar im Süden Russlands die 14. deutsch-russische Partnerstädtekonferenz statt. Als Vertreterin des Freundeskreises Höchstadt-Krasnogorsk konnte dessen Vorsitzende Sibylle Menzel daran teilnehmen. Sie reiste zusammen mit Irina Filimonowa, der Direktorin der Partnerschule des Höchstadter Gymnasiums, nach Krasnodar - von Moskau aus ein zweieinhalbstündiger Flug nach
Süden.
Oberbürgermeister, Bürgermeister, Minister und Vereinsvertreter - rund 600 Teilnehmer aus den 98 deutschen und russischen Partnerstädten waren zur Konferenz gekommen, die alle zwei Jahre vom deutsch-russischen Forum, dem Bund der deutschen West-Ost-Gesellschaften und deren russischen Partnern organisiert wird, abwechselnd in Deutschland und in der Russischen Föderation. Erstmals gab es auch ein Jugendforum, das unter der Schirmherrschaft des Auswärtigen Amtes durchgeführt wurde.
Die Konferenz war sehr gut organisiert, viele junge Freiwillige halfen, sie mussten neben Russisch auch Deutsch oder Englisch sprechen. Die beiden Außenminister Sergej Lawrow und Sigmar Gabriel betonten in ihren Eröffnungsbeiträgen in der Philharmonie von Krasnodar die Bedeutung der "Diplomatie von unten", die den vielfältigen Dialog zwischen den beiden Ländern weiterführt, auch wenn es "oben" kriselt.


Das Jahr der Regionen

Besonderen Wert hat für beide Seiten der Jugendaustausch. So gab es 2016/17 das "Kreuzjahr des deutsch-russischen Jugendaustausches" mit vielen besonderen Projekten. Gemeinsam riefen sie dann den Beginn eines neuen Themen- bzw. Kreuzjahres aus, des Jahres der Regionen und Städte. "Im Wissen um die schmerzhafte Vergangenheit müssen neue Wege gegangen werden", die Völkerverständigung von unten muss noch stärker werden. Im Juli werden sie gemeinsam das jetzige Jahr des Jugendaustauschs bei einem Fest in Berlin beenden, das Kosmos-Team und die Technik-Gruppe des Gymnasiums wurden dazu eingeladen.
Beim abendlichen Empfang ergab sich die Gelegenheit zu vielen Gesprächen. Der Donnerstag war der Tag der Arbeitsgruppen. Die Themen reichten vom Sprachunterricht über kommunale Fragen, das Gedenken an die gemeinsame, schwierige Vergangenheit und Sportpartnerschaften, Inklusion und Behindertenarbeit.


Gemeinsames Gedenken

Sibylle Menzel besuchte die Gruppe "Erinnerung um der Zukunft willen - der Beitrag von Städtepartnern zu einer gemeinsamen Gedenkkultur im Dialog". "Vom Krieg kann man noch nicht in der Vergangenheit sprechen", mit diesen Worten begann Professor Schilin, Historiker der Universität Krasnodar, seinen Beitrag. Alle Redner betonten die Aussöhnung, die gemeinsame Suche nach Gräbern, gemeinsames Gedenken.
Den Arbeitskreis Sport gab es zum ersten Mal. Im Vorfeld der Fußball-WM 2018 sollen die deutschen Erfahrungen von 2006 weitergegeben werden, auch die Fan-Problematik wurde angesprochen. Die deutschen Partner wollen Russland bei einem "Sommermärchen 2018" unterstützen.
Das Plenum am Freitag begann - nach dem sehr inbrünstigen Singen der beiden Nationalhymnen durch den Chor der Philharmonie Krasnodar - mit der Präsentation des Jugendforums, das erstmals stattgefunden hatte. Sehr schwungvoll stellten die Jugendlichen ihre Ideen für gemeinsame Projekte dar, die teils schon praxiserprobt in einzelnen Städten, teils auch neue Vorhaben sind.
Die Ideen, die Kontakte, der Austausch, den eine solche Konferenz bietet, sind unschätzbar, meint Sibylle Menzel. Die drei Tage zusammen mit Irina Filimonowa stärkten auch die Freundschaft mit den Höchstadter Partnern in Krasnogorsk. red