"Oma ist der Häuptling der Familie", behaupten die Enkel und Urenkel. Und deshalb folgten auch alle Familienmitglieder am Samstag deren Ruf zur Feier des runden Geburtstags im "Haarther Keller". Am Montag, 28. Mai, vollendete Lotte Marianne Wölfel, geb. Escher, nämlich ihr 90. Lebensjahr.
Aufgewachsen ist die Jubilarin als Pflegekind in Creidlitz bei Albin und Berta Wachsmann. 1934 wurde sie eingeschult, bevor sie mit elf Jahren zusammen mit Eltern und Geschwistern ins polnische Krutschnow umgesiedelt wurde. Dort bewirtschafteten sie einen Gutshof. Nach acht Jahren Volksschule folgte das obligatorische Pflichtjahr. Danach kam sie wieder zu ihren Pflegeeltern nach Creidlitz und wurde kurz danach in Niederfüllbach konfirmiert.
Bei der Firma Escher&Koch wurde Lotte zur kaufmännischen Angestellten ausgebildet. Später war sie 13 Jahre bei der Firma Waldrich tätig, bevor sie einige Jahre bei der Inneren Mission arbeitete. Ihr Berufsleben bis zur Rente ließ sie bei der HUK Coburg ausklingen. Geheiratet hatte sie am 20. Januar 1951 Hans Wölfel aus Ketschendorf, der am 10. Januar 1994 verstorben ist. Sie bekamen drei Kinder: Gisela (1951), heute Kastner, Sigrid (1954), heute Stahnke, und Stefan (1968). Im Laufe der Jahre wurde der Kreis der Nachkommen weiter vergrößert durch die sechs Enkelkinder Nadja, Simone, Simon, Michael, Ava und Carla sowie die vier Urenkel Jorrit, Lennart, Juri und Roco.
Mit neun Jahrzehnten steckt die Jubilarin immer noch voller Tatendrang. Am liebsten liest Lotte Wölfel. Die Tageszeitung gehört zum Frühstückstisch ihrer Meinung nach. Das meiste Interesse gilt Reisereportagen, Nachrichten aus aller Welt sowie der Politik. In früheren Jahren verreiste sie gerne, oft besuchte sie mit ihrem Mann Dänemark, Schweden und Frankreich. Später, als der Sohn in Spanien lebte, führten auch einige Reisen in den Mittelmeerraum. ka