Matthias Schneider

Den passenden "Titelsong" zu einem rundum gelungenen Festtag lieferte der Schwarzacher Gospelchor "Main-Line-Gospel" am Ende des Festgottesdienstes anlässlich des Sommerfestes der evangelischen Tagesstätte, in dessen Rahmen auch der neue Anbau feierlich eingeweiht wurde. Denn als der Chor den Gospel "Oh happy day" anstimmte, spürte jeder Besucher, dass dies in der Tat ein fröhlicher Tag für die gesamte Gemeinde und für die Kinder und Erzieherinnen im Speziellen war.
Nach knapp zehnmonatiger Bau- und gut zweijähriger Planungsphase konnten der neue Anbau sowie die teils renovierten Räume des Stammgebäudes feierlich eingeweiht und somit ihrer Bestimmung übergeben werden.


Pfarrer Ranzenberger dabei

Dass sich dieser ganze Aufwand auch mehr als gelohnt hatte, bewiesen die Kinder mit ihren Beiträgen. "Wir sind die Kleinen der Gemeinde, doch ohne uns geht's nicht, ohne uns geht's schief", sangen die Kinder voller Inbrunst. Diesen Gedanken griffen auch Pfarrer Heinz Geyer und Vikar Christian Parchent auf: "Weil Kinder das Wertvollste sind und weil Gott die Kinder liebt, wollen wir alles für euch Kinder tun", so Pfarrer Geyer, der in diesem Zusammenhang auch an den Bau des Kindergartens vor 40 Jahren erinnerte. Der damalige Gemeindepfarrer und Bauherr, Pfarrer Rudolf Ranzenberger, war ebenfalls vor Ort und trug als Bläser des Posaunenchores neben "Main-Line-Gospel" zur festlichen musikalischen Umrahmung des Gottesdienstes unter freiem Himmel bei.
Ute Seelmann durfte als Leiterin der Kindertagesstätte viele Ehrengäste begrüßen, darunter neben zahlreichen Stadträten auch Christian Behner von Regens Wagner und Martin Pietz von der Gesamtverwaltungsstelle des Dekanats Michelau. Ulrike Koch übermittelte als 2. Bürgermeisterin die Glückwünsche der Stadtverwaltung und des Stadtrats, der der Übernahme des größten Teils der Kosten zugestimmt hatte. "Dank des ständigen Einsatzes der Gemeinde und der Erzieherinnen wird hier der Erziehungsauftrag vorbildlich erfüllt", so die 2. Bürgermeisterin.
Auch Susi Krauß, Schulleiterin der Friedrich-Baur-Grundschule, betonte die gute Zusammenarbeit zwischen evangelischer Kindertagesstätte und Grundschule und wünschte den Kindern viel Freude beim Entdecken der neuen und umgestalteten Räumlichkeiten.
Ute Seelmann ging auf das stimmige Gesamtkonzept des Anbaus ein. Immerhin fügt sich der Anbau sehr harmonisch sowohl in das 2010 generalsanierte Stammgebäude wie auch in die im selben Jahr errichteten Krippenräume ein. "Am Anfang hatten wir Angst, dass die Räume durch den Anbau zu dunkel werden würden. Aufgrund der hervorragenden Arbeit der Architekten und der am Bau beteiligten Firmen ist aber genau das Gegenteil eingetroffen", so Seelmann, die am frühen Nachmittag stolz durch die neuen Räumlichkeiten führte. Dabei fielen in der Tat überall die hellen und von Licht durchfluteten Räumen auf, die zudem einen herrlichen Blick auf die Altstadt Burgkunstadts erlauben.


Geräuschkulisse gesenkt

Neben einer neuen Farbgestaltung wurde auch der Wunsch des Erzieherteams berücksichtigt, mit einer speziellen Deckenkonstruktion die Geräuschkulisse in jedem Raum spürbar zu senken. "Auch hier wurden unsere Wünsche jederzeit berücksichtigt", so die sichtlich zufriedenen und stolze Kindergartenleiterin.
Den Gedanken einer "echten Teamleistung" brachte auch Nadine Schur vom Kulmbacher Architektenbüro H2M ins Spiel. "Das gesamte Kindergartenteam war bei den Neubau- und Umbaumaßnahmen mit ganzem Herzen dabei", so die Architektin, die wenig später zusammen mit Professor Stephan Häublein, Geschäftsführer von H2M, die Räumlichkeiten offiziell an die Kindergartenleitung um Ute Seelmann und Tanja Aßmann sowie an Pfarrer Heinz Geyer übergab. "Der Anbau ist pünktlich fertiggestellt, beim Garten müssen wir uns noch ein paar Wochen gedulden", verriet Pfarrer Geyer, freute sich aber über eine Klangwand, die im ehemaligen Pfarrgarten aufgestellt wurde.
Der Pfarrgarten wird zukünftig im Außenareal der Kindertagesstätte integriert sein. "Die Klangwand ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Flüchtlingen und deren ehrenamtlichen Helfern und ist ein sicht- wie auch greif- und hörbarer Beweis für die funktionierende Interkulturalität", erläuterte Gerd Weickert, Migrationsbeauftragter des Diakonischen Werks, der das Anfertigen der Klangwand koordiniert hatte. Die Klangwand war wie auch die Hüpfburg und die Spielstraße beim bunten Programm rund um den Festtag bereits fest in Kinderhand. Darüber hinaus organisierte der Elternbeirat eine Tombola und die Kinder bewiesen mit einem kleinen Konzert auf der Außenbühne des Gemeindehauses zusammen mit ihren Erzieherinnen, dass das gemeinsame Singen einen ganz großen Anteil am Erziehungsauftrag der evangelischen Kindertagesstätte hat. Abgerundet wurde das bunte Festprogramm durch den Auftritt der Ballettschule Engelmann.