Auf dem Schlauch stehen, den Vogel abschießen oder Übermut tut selten gut: Sprüche wie diese gibt es viele, im Alltag werden sie oft unbemerkt verwendet. Genau dies brachte Ulrike Luthardt auf eine Idee: "Wir könnten doch einen Beitrag über Redewendungen drehen!"
"Wir" - damit sind das Team von OBO-TV, einem Zusammenschluss der Offenen Behinderten Arbeit Oberfranken, und dem Coburger Regionalsender iTV gemeint. Ulrike Luthardts Idee wurde umgesetzt und kam gut an: Der Film wurde jetzt nämlich mit einem Medienpreis der Bayerischen Landeszentrale für neuen Medien (BLM) ausgezeichnet.
"Damit haben wir nicht gerechnet und uns natürlich um so mehr gefreut", sagt Ulrike Luthardt. OBO-TV sei ein Format, das vor zehn Jahren aus dem Leben gerufen wurde, erklärt Ulrike Luthardt. Die Akteure sind Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, die in regelmäßigen Abständen vor der Kamera stehen. Es sind Alltagsthemen, die das OBO-Team aufgreift, es geht zum Beispiel um Flüchtlinge, um Barrieren im täglichen Leben oder eben um Redewendungen.
So spürt das Team im preisgekrönten Trailer den Ursprung der Redewendungen auf. "Die Idee dahinter ist, dass Menschen mit geistigen Behinderungen die bildliche Sprache oft nicht verstehen", erklärt Ulrike Luthardt. Doch auch für Menschen ohne Behinderungen sei der Beitrag informativ, kreativ, lustig und authentisch. Genau dies sei auch von der BLM-Jury gewürdigt worden, freut sich Ulrike Luthardt. Die Laienschauspieler seien ein festes und gut eingespieltes Team.


Erfolg auch mit St. Augustin

Im Beitrag "Redewendungen" stehen vor der Kamera: Richard Franz, Hartmut Reder, Winfried Keller und Harald Hilofsky. Sie spielen mit Freude und vor allem aber mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Luthardt übernimmt die Moderation, hinter der Kamera steht Fimproduzent Alexander Mrazek. Für den freiberuflichen Mediengestalter ist es bereits der zweite Preis in diesem Jahr, denn er hat bereits den Coburger Medienpreis in der Kategorie Schöpfung erhalten für einen Beitrag über die Kirche St. Augustin.
Aber diesmal gibt es einen Unterschied: "Dieser Preis ist natürlich eine Teamleistung von vielen Leuten", betont er. Gerechnet hat Alexander Mrazek damit nicht: "Wir haben es probiert und schon gehofft, dass der Beitrag gewinnt, da es echt witzig ist."