"Ich habe mich bewusst auf Platz zwei beworben, weil ich davon überzeugt bin, dass wir Grüne in diesem Jahr zwei Abgeordnete aus Oberfranken in den Landtag senden", so Tim Pargent bei seiner Rede während der Aufstellungsversammlung am Samstag in Lichtenfels, bei der er schließlich das Votum für Platz zwei erhielt. Den Grund seines Optimismus sieht der junge Stadtrat aus Bayreuth besonders in der CSU-Politik: "Die Menschen wollen die anti-europäische Haltung, den hohen Flächenfraß, den unmenschlichen Umgang mit Geflüchteten oder unausgereifte Bildungspolitik nicht mehr einfach so hinnehmen."


Ursula Sowa auf Platz eins

Gemeinsam mit Pargent wird sich die Bamberger Architektin Ursula Sowa auf Platz eins der oberfränkischen Landesliste für ein starkes grünes Ergebnis engagieren. "Wir Grüne in Oberfranken halten zusammen. Und das zeigen wir im Wahlkampf, wir machen Politik zum Anfassen. Wir wollen vor Ort sein und mit den Bürgern sprechen, statt laute und teure Werbetouren zu starten." Die Fraktionsvorsitzende der Grün-Alternativen Liste Bamberg will sich für eine ökologische Stadt- und Regionalentwicklung einsetzen, die Förderung von sozialer Durchmischung ist ihr Ziel. "Angemessenes Wohnen gehört nicht in die Hände von Miethaien, sondern ist ein Grundrecht, das schon in der bayerischen Verfassung steht und sollte ganz besonders als Aufgabe des Staates und der Kommunen verstanden werden." Eine angemessenere Unterbringung von Geflüchteten vor allem in Erstaufnahmeeinrichtungen ist der Kommunalpolitikerin Sowa ein Herzensanliegen.
Auch die beiden Spitzenkandidaten für die Bezirkstagswahl, Dagmar Keis-Lechner (Kulmbach) und Mathias Söllner (Lichtenfels), sehen in der Flüchtlingspolitik große Chancen für Bayern. Gerade der soziale Bereich ist für beide Kandidierende, die ebenfalls ihr Votum erhielten, ein wichtiges Thema. Die Kreisvorsitzende Keis-Lechner sieht ihren Schwerpunkt zudem in der finanziellen Ausstattung der Sozialpolitik: "Wir Grüne müssen dafür sorgen, dass der Bezirk über ausreichend finanzielle Mittel verfügt. Es kann nicht sein, dass sich der Bezirk auf Kosten der Betroffenen und Angehörigen behinderter oder pflegebedürftiger Menschen kaputt spart." Die Barrierefreiheit in Oberfranken sei dabei nur eines der Problemfelder.
Lisa Badum, Sprecherin des Bezirksvorstandes, sieht der Landtags- und Bezirkstagswahl optimistisch entgegen: "Wir sind bereit für einen engagierten Wahlkampf. Auch wenn wir bisher in Bayern starke Oppositionsarbeit geleistet haben, ist es nun an der Zeit, dass Grüne Verantwortung übernehmen." red