Die Angst vor Wespen und Hornissen ist immer noch größer als die Gefahr, die tatsächlich von ihnen ausgeht. Davon ist Philipp Engel, ehrenamtlicher Wespen- und Hornissenberater beim Kreisfeuerwehrverband Haßberge, überzeugt. Der Feuerwehrmann und Manfred Husslein, Fachreferent für Naturschutz und Landschaftspflege am Landratsamt Haßberge, haben im März am Netzwerktreffen der bayerischen Wespen- und Hornissenberater teilgenommen und kürzlich im Zeiler Feuerwehrhaus eine Fortbildung für Feuerwehrleute zum Thema "Wespen- und Hornissenschutz" abgehalten. Darauf weist das Landratsamt Haßberge in einer Mitteilung hin.


Aus 13 Feuerwehren

"Die Resonanz war sehr gut", freut sich Manfred Husslein über das große Interesse der freiwilligen Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis. Insgesamt absolvierten 44 Feuerwehrleute aus 13 Ortsfeuerwehren die Schulung und sind somit zertifiziert, bei Wespen- und Hornissenproblemen die betroffenen Bürger zu beraten und gegebenenfalls auch Umsiedlungsaktionen durchzuführen.
"Wespen, Hornissen, Wildbienen und Hummeln stehen unter Naturschutz. Sie spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Die Nester dürfen nicht einfach zerstört werden", sagte Husslein. "Hier müssen fachkundige Personen einbezogen werden, die die Situation vor Ort richtig einschätzen, die Betroffenen fachlich beraten und notfalls das Nest fachgerecht umsetzen können."
Zunächst ist es wichtig, zu erkennen, um welche Art von Hautflüglern es sich handelt. Denn es gibt Hunderte von Arten. Viele sind nicht aggressiv oder haben sogar überhaupt keinen Stachel. Alle Arten sind für den Menschen höchst nützlich, zum Beispiel bei der Schädlingsbekämpfung im Obst- und Gemüseanbau und vor allem bei der Bestäubung vieler Nutzpflanzen.
Die Feuerwehrleute lernten bei der Schulung in Zeil unter anderem die verschiedenen Wespenarten zu unterscheiden. Weitere wichtige Themen waren Rechtsgrundlagen, der Umgang mit Wespen und Hornissen sowie das Umsetzen von Nestern. Die erfolgreichen Kursteilnehmer können betroffene Bürger in Zukunft aufklären und so nebenbei auch einige landläufige Vorurteile über Wespen und Hornissen ausräumen.


Zuständige Stellen

Die Bürger sollen laut einem Rat des Landratsamtes bei einem Problem mit Wespen, Hornissen, Wildbienen oder Hummeln zuerst die jeweilige Kommune oder Manfred Husslein von der Unteren Naturschutzbehörde (am Landratsamt in Haßfurt) um Hilfe bitten. Diese verweisen dann an die zuständigen Feuerwehren. Der Einsatz der Feuerwehr ist aber freiwillig und kann je nach Gemeinde kostenpflichtig sein, betont die Landkreisbehörde. red