Zum Thema "Corona-Beschränkungen":

Jetzt mal ehrlich: Haben wir nicht alle die Schnauze voll von den ewig gleichen großen Worten der Politiker, Viro-, Epidemiologen und anderen Personen der Öffentlichkeit?

Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr habe ich trotz ständiger Berieselung in einer Überzahl von Zeitungsberichten, Talk-Shows und Sondersendungen im Grunde nichts Neues über das Virus erfahren. Lediglich dass Herr Söder vor lauter Schulterklopfen im Frühjahr im Laufe des Sommers irgendwie den Faden verloren hat und wir jetzt alle schuld sind, dass die Zahl der Infizierten und Todesfälle wieder rasant steigt.

Es ist bekannt, dass infizierte Personen etwa fünf Tage, bevor sie Symptome zeigen, bereits ansteckend sind und dass man auch infiziert sein kann, ohne überhaupt Symptome zu zeigen. Das macht dieses Virus besonders gefährlich. Wegen der Aerosole sollen wir Kontakte möglichst vermeiden, Abstand einhalten, Smalltalk in der Öffentlichkeit (selbst mit Maske) sein lassen und wegen Schmierinfektionen im öffentlichen Bereich, wenn es geht, nichts anfassen, auf jeden Fall strenge Handhygiene einhalten.

Hinzu kommt, dass die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen kann, bevorzugt bei sehr alten Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. In erster Linie wird die Lunge in Mitleidenschaft gezogen und in vielen Fällen ist eine künstliche Beatmung notwendig. Ähnlich wie bei einer Sepsis können auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, wie Herz, Niere ...

Damit gerät die Kapazität der Intensivstationen an ihre Grenzen und es liegt in unserer (Bürger-)Verantwortung, ganz besonders diese vulnerablen Personen vor einer Infektion zu schützen.

Allerdings habe ich immer mehr das Gefühl, dass Söder, Merkel, Lauterbach, Spahn & Co. vergessen haben, dass das Volk im Einzelnen aus Homines sapientes besteht und es sich deshalb empfiehlt, an unsere Ratio zu appellieren. In den letzten vier Wochen haben wir doch gesehen, was man mit komplizierten Regelungen und Androhung von Sanktionen erreicht.

Haben wir es wirklich nötig, uns von der Regierung vorschreiben zu lassen, mit wie vielen Personen und welchen Verwandtschaftsgraden wir Weihnachten verbringen dürfen? Müssen wir uns ein schlechtes Gewissen machen, wenn wir mit Großeltern, die sich der Gefahr bewusst sind und sich dennoch für ein gemeinsames Weihnachten entschieden haben, an Weihnachten zusammen sind?

Ich kann die Gedankengänge unserer Kanzlerin nicht nachvollziehen, wenn sie von Überleben bis nächstes Weihnachten spricht.

Zwar bin ich noch nicht hochbetagt, aber mehr als ein halbes Jahrhundert habe ich auch hinter mir und nach allem, was ich selbst erlebt, gesehen, gehört und gelesen habe, weiß ich, dass ich versuchen muss, das Beste aus meinem Leben in der Gegenwart zu machen. Keiner kann mir versprechen, dass ich nächstes Weihnachten erlebe, ob mit oder ohne Corona.

Deshalb mein Appell an meine Mitbürger: Tut schlicht und ergreifend das, was ich eingangs genannt habe, aber lasst euch nicht von Politik und Medien um Herz und Verstand reden.

Beate Gruner

Ebersdorf