Karl-Heinz Hofmann Der Forstbetrieb Rothenkirchen lässt den Wald aufblühen. Nicht nur Kräuter und Blumen haben eine wichtige Funktion als Blütenpflanzen, sondern auch viele Sträucher und Bäume. "Gerade Bienen und zahlreiche Vogelarten profitieren von Strauch- und Obstblüten", sagt Betriebsleiter Peter Hagemann vom Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten bei einer Exkursion zu einer Streuobstwiese in der Nähe von Tettau.

Die Bayerischen Staatsforsten führen seit einigen Jahren in ganz Bayern das Programm "Der Wald blüht auf" durch. Dabei werden gezielt Freiflächen im Staatswald offengehalten und zusätzlich mit Mischungen verschiedener heimischer Blühpflanzen angesät. Durch die dauerhafte Pflege dieser Blühflächen werden neue Lebensräume geschaffen, die als Rückzugsorte für zahlreiche Insektenarten und die davon abhängigen Lebensgemeinschaften dienen. Gefördert wird das Programm wegen der "Besonderen Gemeinwohlleistungen" für Naturschutzmaßnahmen im Staatswald durch den Freistaat Bayern.

Weil auch Strauch- und Obstblüten für viele Insekten und Vogelarten sehr wichtig sind, haben die Staatsforsten ihr Programm um die Pflanzung auch von Obstbäumen im Staatswald erweitert. Der Forstbetrieb Rothenkirchen hat seit vergangenem Herbst mit mehreren Hundert Apfel- und Birnbäumen alter Obstsorten viele Blühflächen an Wald- und Wegrändern ergänzt.

Im Forstrevier Tettau hat Revierleiter Christian Goldammer oberhalb von Tettau eine neue Fläche angelegt, die künftig als Streuobstwiese gepflegt werden soll. Damit ist der Effekt für die Tier- und Pflanzenwelt besonders groß. Die reichhaltige Insektenfauna soll Lebensgrundlage für viele speziell angepasste Tierarten sein.

Positive Erkenntnisse

Viele gute Erfahrungen haben die Förster im Frankenwald auf solchen Biotopflächen bereits gemacht: Reptilienarten wie Berg- und Zauneidechse stellen sich ein. Fledermäusen dient der Insektenreichtum zur nächtlichen Jagd. Der Grauspecht nutzt die Burgen der Wiesenameise als Futterquelle und Rauhfußkauz, Neuntöter und Turmfalke gehen hier auf Mäusejagd. Genau 100 Hochstämme bewährter Apfelsorten hat Förster Christian Goldammer pflanzen lassen und damit zunächst einen Viertel Hektar Obstwiese begründet.

Auch wenn es sicher noch einige Jahre weiterer Pflege bedarf: Die ersten Bäume haben bereits im Frühjahr geblüht und es wird in Zukunft auch in den Hochlagen des Frankenwaldes im Staatswald weiter heißen: "Der Wald blüht auf".