Wenn auch ein Nordlicht in Franken heimisch wird, so braucht es doch eine gelebte Erinnerung aus der alten Heimat. Jörn Ewert, der Gebrauchshundeobmann vom GSV Bad Kissingen-Garitz, importierte komplett die Freude an den Fruchtständen der Oldenburger Palme. So findet alljährlich im Februar ein Grünkohlgang statt mit allem, was dazugehört: kaltes Wetter, ein Bollerwagen, darin kalte Getränke zum Erwärmen, Pfefferbeißer und Brot. Die Wegstrecke für den Gang wird auf eine gute Stunde gerechnet. Vorgesehen sind zehn Unterbrechungen der Wanderung mit Fragen zum Hund. Die gewünschten Antworten werden mit Beifall, Hallo und Schluck begrüßt. Am Vereinsheim angekommen, tischt dort wenig später der Grünkohlspezialist mit seiner eingespielten Küchen-Crew sein grünes Wintergemüse mit Kartoffelbeilage auf. Für Fleischesser gehört Kasseler geräuchert und heiß, dazu Polnische und, last but not least - der berühmte Pinkel! Eine sehr spezielle Wurst, die nach Ewerts Angaben beim Schlachter seines Vertrauens extra hergestellt wird.
Aber auch Vegetarier kommen zu ihrem Recht: Tofuwürste vertragen sich auch mit dem Winterkohl. Inzwischen gehört dieser Grünkohlgang bei vielen Vereinsmitgliedern und Gästen zur alljährlichen Tradition. Mit viel guter Laune prämiert Ewert nach einem geheimen Beschluss den Grünkohlkönig bzw. die Königin. Als Zeichen ihres Amtes wird der Majestät ein Rinderschulterblatt mit Inschrift und Kette um den Hals gehängt. Im Folgejahr wird dieser den Bollerwagen auf seiner gemütlichen
Fahrt schmücken - auf einem Spazierweg, den dann Brigitte Kiesel, die diesjährige Königin, bestimmt hat. red