Markus Merkl und Stephan Schuberth sind als neue Feldgeschworene der Gemarkung Nurn vereidigt worden. Das kommunale Ehrenamt der "Feldgeschworenen" geht bis ins 14. Jahrhundert zurück und ist somit eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern. Auch in Zeiten digitaler Flurkarten seien die Grenzhüter als Bindeglieder zwischen Bürger und Gemeinde gefragt, erklärte Bürgermeister Gerhard Wunder bei der Verabschiedung und Neuberufung im Rathaus in Steinwiesen.

Feldgeschworene werden auf Lebenszeit gewählt. Oberstes Gebot für sie ist absolute Verschwiegenheit. Sie sind dabei, wenn Grenzen abgemarkt werden, das heißt, bei der Neuvermessung oder Teilung von Grundstücken. Durch Aufdecken oder Anbringen von Grenzzeichen machen sie die Grenzen für jedermann erkennbar. Ortskenntnisse, ein "Händchen", um bei Grenzstreitigkeiten eingreifen zu können und eine große Portion soziales Engagement gehören dazu.

Aus gesundheitlichen Gründen musste Martin Ströhlein aus Nurn sein Amt als Feldgeschworener niederlegen. Bürgermeister Gerhard Wunder dankte ihm und meinte, dass für die Berufung eines Feldgeschworenen die Feldgeschworenenvereinigung selbst verantwortlich ist, jedoch die Entlassung vom Marktgemeinderat genehmigt werden muss. Ströhlein war seit dem 27. April 1981 dabei und geht nach fast 40 Jahren in den Ruhestand. Er war lange Obmann in Nurn. Leider macht die Gesundheit nicht mehr so mit, so dass er sein Amt niederlegen musste.

Doch seine Nachfolger stehen schon parat. Markus Merkl und Stephan Schuberth legten vor Bürgermeister Wunder den Eid ab. Als neuer Obmann der Gemarkung Nurn wurde anschließend Josef Deuerling gewählt, als sein Stellvertreter Stephan Schuberth. "Wir haben nun wieder zwei ,Siebener', die sicher genauso gewissenhaft ihre Pflichten erfüllen werden", sagte Wunder. "Siebener" deshalb, weil früher in jeder Gemeinde sieben ehrbare Bürger als Feldgeschworene vereidigt wurden. Der Name hat sich bis heute erhalten. "Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen im Gemeindegebiet arbeiten wir natürlich Hand in Hand mit den Vermessungsbeamten des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Kulmbach/Kronach zusammen", betonte der Bürgermeister. Das Feldgeschworenenamt ist ein Ehrenamt und dafür zollte Wunder Dank und Anerkennung. sd