Seit der Flüchtlingskrise ist das Thema Rechtsradikalismus wieder so brisant, wie in den frühen 1990er Jahren. Waren es damals vor allem die neuen Bundesländer, die mit der Radikalisierung zu kämpfen hatten, erlebte die gesamte bundesdeutsche Gesellschaft in den vergangenen Jahren einen klaren Rechtsruck. Klar ist: Probleme mit der Migrations- und Asylpolitik und deren Auswirkungen müssen diskutiert werden dürfen. Jede Form von Rassismus und neonazistischem Gedankengut disqualifiziert sich jedoch von Vorneherein in diesem Diskurs. Zu schrecklich war die nationalsozialistische Diktatur, als dass wir Schritte in eine solche Richtung zulassen dürften. Also ist es umso wichtiger, gerade bei jungen Menschen anzusetzen, bei denen die Erinnerung an die NS-Verbrechen zu schwinden droht, um zu verhindern, dass sich derartiges wiederholen kann. Zum Kampf gegen Rechtsradikalismus kann jeder einzelne beitragen. Ob bei der Kindererziehung, durch Zivilcourage im Alltag, beim Gang an die Wahlurne, oder so wie bei Aussteiger Manuel Bauer: Durch öffentliche Aufklärungsarbeit. s.doerr@infranken.de