stephan herbert fuchs

Mit einem Gottesdienst und der Enthüllung einer Gedenktafel an der Versöhnungskirche hat die Gemeinde Heinersreuth bei Bayreuth an ihren ersten Pfarrer Peter Hupfer erinnert. Trotz Repression hatte Hupfer seine kritische Distanz zum NS-Regime nie verschwiegen. Er kam 1942 an der Ostfront ums Leben und wurde nur 31 Jahre alt.
Pfarrer Hupfer war in keiner Widerstandsgruppe und auch nicht aktiv im Widerstand tätig. Er sei aber ein Bürger gewesen, von denen Deutschland damals mehr gebraucht hätte, sagte der jetzige Pfarrer Otto Guggemos. "Wir müssen bei Hupfer von innerem Widerstand sprechen." Trotz Propaganda habe Hupfer seine politischen Einsichten nicht für sich behalten.
Er sei sich seiner Vorbildrolle bewusst gewesen und sei damit ein Risiko eingegangen. Während deutsch-christliche Pfarrer oft Schutz genossen und ungehindert Karriere machen konnten, sei Pfarrer Hupfer außerordentlich schnell an die Ostfront geschickt worden und dort gefallen. Von dem Mut Hupfers habe die Gemeinde erst in den zurückliegenden Jahren erfahren.
Nach den Worten des Historikers und Oberstudiendirektors Otto Hofmann war Peter Hupfer
am 23. August 1942 an der Ostfront schwer verwundet worden. Beim Rücktransport in ein Lazarett sei er erneut unter Beschuss geraten und noch am gleichen Tag verstorben. Die genaue Grablage sei bis heute unbekannt. Erst knapp zwei Monate später habe seine Ehefrau in Heinersreuth die amtliche Mitteilung vom Tod ihres Mannes erhalten. "Er wäre sicher lieber bei seiner Familie geblieben, als sich am Feldzug gegen Russland zu beteiligen", sagte Hofmann.
Hupfer war 1937 der erste Pfarrer in Heinersreuth. Im gleichen Jahr wurde die Versöhnungskirche eingeweiht. Vorher gehörte der Ort zur Stadtkirchengemeinde in Bayreuth. Am 8. Februar 1942 habe Hupfer seine letzte Predigt in Heinersreuth gehalten.
Die Bilanz am Ende des Zweiten Weltkrieges ist bitter: 103 junge Männer aus Heinersreuth
sind gefallen, darunter auch alle 20 aktiven Bläser des Posaunenchors.
"Wie eine Blutspur zieht sich die Nazi-Diktatur durch unser Dorf", sagte der Historiker. Im gesamten Kirchenkreis Bayreuth seien laut Hofmann 178 Pfarrer eingezogen worden, 24 davon sind gefallen, weitere sieben im Verlauf des Krieges verstorben.