"Was fällt euch als Erstes ein, wenn ihr an Afghanistan denkt?", will Saeid Herawi gleich zu Beginn von seinen rund 60 Zuhörern wissen, die auf Einladung der Volkshochschule im Landkreis Haßberge und des Freundeskreises Asyl Hofheim zu seinem Bildervortrag nach Hofheim gekommen sind.
Die allgemeine Antwort lautet: "Krieg" - natürlich. Doch der 22-Jährige aus dem afghanischen Herat hat sich vorgenommen, seinem Publikum zu zeigen und auch auf Deutsch zu erzählen, dass sein Heimatland abseits des Krieges schön, vielfältig und sehenswert ist, wie die Veranstalter mitgeteilt haben.


Wunderbare Bilder

Neben der Darstellung der geografischen Lage Afghanistans als Nachbarstaat von Pakistan, Iran, China und den ehemaligen Sowjetrepubliken Turkmenistan, Tadschikistan und Usbekistan berichtete Saeid Herawi aus der langen Geschichte der Region von Alexander dem Großen über das Reich der Darriden bis zum heutigen Staat Afghanistan. Die Zuschauer sahen wunderbare Bilder von historischen Bauten, vormittelalterlichen Zitadellen, eindrucksvoller Natur und von ungewöhnlichen Wildtieren. Sie erfuhren auch, dass beispielsweise beim Neujahrsfest Nowruz, das zum Frühlingsbeginn gefeiert wird, ausschließlich Speisen auf den Tisch kommen, die mit dem Buchstaben "S" beginnen. Überhaupt ist die afghanische Küche ein Thema, das die Zuhörer lebhaft interessierte, sei es im Alltag oder bei Festen, zu denen Saeid Herawi Filme von traditionellen afghanischen Tänzen zeigt.


Der Terror als Alltagsereignis

Nach einer Fülle von Informationen und der Beantwortung zahlreicher Fragen lud er im Anschluss mit seiner Schwester Parisa sowie den Helfern Monika Hoffmann und Jawid Khajezadeh zu einem köstlichen afghanischen Büffet ein. Natürlich kam die Rede dann doch auf den langen Krieg, der das Leben in Afghanistan nun schon seit fast 40 Jahren so schrecklich prägt, so dass Anschläge und Terror sozusagen Alltagsereignisse sind. Ortsnamen wie Masar-e-Sharif, Kandahar oder Kundus kennt man in Deutschland eben nicht aus schön bebilderten Reiseführern, sondern aus den Nachrichten der Tagesschau.


Bleibende positive Eindrücke

Aber Saeids Herawis Plan ging auf: In Erinnerung bleiben Bilder von herrlicher Gebirgslandschaft, lila Safranblüten, majestätischen Schneeleoparden, vom Verkehr in Kabul - und natürlich der unvergleichliche Geschmack des feinen Kräuteromelettes "Kuku sabhzi". red