Zum Bericht "Wir investieren in Sterbende" vom 3. März:

Der Artikel eines Arztes hat mich zutiefst betroffen und erschüttert und ich kann seine Aussagen so nicht stehen lassen. Schon allein die Sprache von Kosten-Nutzen lässt jegliche Empathie vermissen.
Hier geht es nicht um Investitionen in Sachen, sondern in kranke Menschen, die sich in einer außerordentlich schwierigen Situation befinden und die unserer Hilfe und Zuwendung bedürfen. Diese sollen jedoch nach dem "Kosten-Nutzen-Prinzip" behandelt werden und dies ist meines Erachtens nach menschenunwürdig. Der Arzt kritisiert hier die Angehörigen eines 25-jährigen Krebspatienten, die den Notarzt riefen, da ihr Sohn zu verbluten drohte, und merkt an, dass die Aufwendungen, die dabei entstanden sind, sich nicht mehr rentieren würden, da der Patient sowieso sterben würde. Für mich ist diese Aussage unvorstellbar.
Es ist ein Akt der Nächstenliebe, zu helfen, und nicht zuerst nach der Rentabilität zu fragen. Zudem wird in Deutschland häufig viel Geld für Dinge ausgegeben, die sinn- und nutzlos sind.
Außerdem bestätigt der Artikel mich in meiner Meinung, kein Hausarztmodell abzuschließen. Ich möchte keinem Arzt ausgeliefert sein, der abwägt, ob sich die Behandlung noch finanziell rentiert und somit der wirtschaftliche Aspekt bei ihm eine übergeordnete Rolle spielt.
Die generelle Aussage, ein 24-Jähriger brauche keine Massagen, halte ich für sehr oberflächlich. Auch junge Menschen können ein orthopädisches Problem haben, das Fehlbelastungen verursacht, die zu Verspannungen führen. Gott sei Dank gibt es auch Ärzte, für die der kranke, hilfsbedürftige Mensch im Mittelpunkt steht und nicht der wirtschaftliche Aspekt.

Sigrid Friedrich
Forchheim