"Betrug zum Zweck des Lebensunterhalts" soll der im östlichen Landkreis lebende Mann begangen haben. So fand sich der 29-Jährige wieder vor dem Lichtenfelser Amtsgericht für Taten, die er während seiner Zeit in einem anderen Bundesland begangen hat.
Angeboten und nie geliefert - das war das Geschäftsmodell des jungen Manns, der während seiner Verhandlung am Donnerstagmorgen höflich und bestimmt auftrat - bestimmt auch gegen sich selbst.
Tatsächlich räumte der Beschuldigte, der von Einsicht bestimmt zu sein schien, mehr ein als gegen ihn vorlag. In ihrer Anklage verlas Staatsanwältin Dominique Amend drei Vorfälle, die sich zwischen August und September 2017 zugetragen und dem Endzwanziger 1225 Euro eingebracht haben sollen. Dass dem so war, bekräftigte der Angeklagte sofort. "Stimmt, stimmt in vollem Umfang", sagte der Angeklagte über die von ihm vorgetäuschten Verkäufe von zumeist hochtechnisierten Musikinstrumenten. Auf einer Internetplattform bot er sie an, kassierte Geld und lieferte entgegen der Vereinbarung nie.
Jedoch die Erklärung, die der Beschuldigte dafür vorbrachte, ging tief und berührte sein Vorleben samt Suchtverhalten: "Ich war heroinabhängig ... in diesem Zug wurde ich kreativ, wenn auch in die falsche Richtung." Eine dieser kreativen Richtungen führte ihn dazu, über Internetplattformen Geld einzunehmen.
Dass er damit abgeschlossen habe, beteuerte der vor Amend und Richter Stefan Jäger sitzende Mann. "Ich habe zwei Entgiftungen durchlaufen und habe mich in Köln mit den falschen Leuten eingelassen." Aufgewacht sei er dadurch, dass seine langjährige Lebensgefährtin ihn verlassen habe. "Das Heroin war mir das alles nicht mehr wert."
Dann sprach er von einer weiteren Tat, die dem Gericht noch nicht bekannt war und zu der gegen ihn erst im Februar 14 Monate Haft verhängt worden waren. "Habe die Akten dazu nicht da, kann das nicht einbeziehen", stellte Jäger klar.


Über halbes Jahr clean

Auf die Frage danach, wie lange er schon clean sei, bekam das Gericht die Information, dass dem nun schon seit über sieben Monaten so sei. Danach war das Verfahren im Wesentlichen vorbei, schickte sich Amend doch an, ihr Plädoyer zu halten. Dabei hielt sie dem Angeklagten dessen Kooperation gerade in Bezug auf ungefragte Aussagen über sich selbst zugute, schließlich auch seine drogenbedingte Notlage sowie das Durchstehen einer Entgiftung.
Eben darum rückte Amend in ihrer Forderung von einer Haftstrafe zugunsten einer Geldstrafe ab. Mit 4200 Euro sollte der Mann für seine unsauberen Geschäfte zur Kasse gebeten werden, zudem habe er das einst eingenommene Geld zu erstatten.
Nach kurzer Bedenkzeit verkündete Jäger das Urteil, lautend auf eine Geldstrafe in Höhe von 2625 Euro, abermals mit der Bestimmung, das vorher eingenommene Geld zurückzuzahlen.