Eigentlich wollten die BRK-Wasserwachtler in der Donau schwimmen. Das traditionelle Neujahrsschwimmen im oberbayerischen Neuburg, auf das sich die Wallenfelser wie 2200 andere Schwimmer seit Wochen vorbereitet hatten, musste jedoch wegen Hochwasser abgesagt werden.
Die Wallenfelser aber wollten sich ihr Winterschwimmen nicht nehmen lassen. Spontan wurde von den Vereinsverantwortlichen um den Vorsitzenden Armin Bandorf die Idee geboren, eine eigene Schwimmveranstaltung in der Wilden Rodach durchzuführen.
Der Technische Leiter Christian Stumpf übernahm mit einem jungen Team der Ortsgruppe die Organisation. Nach einer Sicherheitsbegehung des im Sommer als Floßstrecke bekannten Flusses konnte grünes Licht gegeben werden.


Sechs Gruppen sind am Start

Immerhin 20 erprobte Winterschwimmer der sechs BRK-Wasserwachtsgruppen Trebgast, Mainleus, Stadtsteinach, Thurnau, Ebermannstadt und Wallenfels streiften sich am Samstag Neoprenanzüge zum Schutz gegen die Kälte über. Bei vier Grad Wassertemperatur und relativ angenehmen acht Grad Lufttemperatur ging es auf
Höhe Wellesbach beim Kaiserwehr in die Fluten.
Während im ersten Teil der bis zum Campingplatz in Wallenfels führenden Schwimmstrecke nur etwa 50 Zentimeter zum Schwimmen reichen müssen und einige Bodenberührung hatten, wird der Flusslauf ab der Brücke im Köstenbachtal tiefer.
Nun kam für die Schwimmer doch noch etwas Donauatmosphäre auf; man ließ sich von der Strömung treiben. Für die notwendige Sicherung sorgten erfahrene Wasserretter an Land, die ihre Vereinskollegen am parallel führenden Weg begleiteten. An den Wehren verließen die Schwimmer aber aus Sicherheitsgründen das Wasser.
Nach knapp drei Kilometern und einer Stunde im kalten Nass stiegen die Winterschwimmer wohlbehalten aus der diesmal nicht ganz so wilden Rodach.
Christian Draht vom Kreisverband Kulmbach betonte den wichtigen Übungseffekt für die jungen Fließwasserretter, die in Wallenfels insbesondere bei den sommerlichen Floßfahrten zum
Einsatz kommen.
Der 15-jährige Eric Fröhmel aus Wallenfels war erleichtert, dass das Wasser nicht ganz so kalt wie erwartet war und der Neoprenanzug ausreichend Schutz bot. "Aber die Strömung war schon stark zu spüren, sogar stärker wie in der großen Donau", sagte er. Die gleichaltrige Eva Müller war begeistert. Auch wenn sie trotz Schutzhandschuhen kalte Hände hatte und es bei den Stromschnellen schon mal unter Wasser ging, würde sie es jederzeit wieder tun.