"Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Klavier und einer Klarinette?" Tim Förster, der Conferencier des Abends in Jeans, Karohemd und intellektueller Nickelbrille, war auf seine unnachahmliche Art einer der vielen Garanten für einen weiteren tollen Konzertabend des Musikvereins Forchheim-Buckenhofen, diesmal mit seiner "Buckenhofener Blasmusik" in der Eggerbachhalle in Eggolsheim.

Gekonnt verzögert kommt die Auflösung: "Das Klavier ... brennt länger!" Bei so viel trockenem Humor genügt natürlich schon der kleinste Funke. Die 24 Musiker, angefacht von Markus Schirner, der in Eggolsheim sein Heimspiel hatte, brannten vom ersten Stück an ihr "Feuerwerk der Blasmusik" ab und eröffneten so die 14. Abo-Reihe des Musikvereins seit dem Premierenjahr 2007.

Die etwa 300 Fans der böhmisch-mährischen Blasmusik erlebten diese Stilrichtung in für ein Amateur-Blasorchester beeindruckend nuancierter und technisch brillanter Klangqualität. Im Stil des legendären Ernst Mosch erfährt das Genre in den letzten Jahren gerade unter der jüngeren Generation der Blasmusiker eine unglaubliche Renaissance und lockt bei Festivals wie zum Beispiel "Woodstock der Blasmusik" zigtausende Fans an. Es gab eine Vielzahl von Titeln in dem dreiteiligen Konzertprogramm. Einige solistische Highlights verdienen besondere Erwähnung, so die Darbietung von Emmo Lochner an der Bassposaune. Er glänzte mit seiner Interpretation des Beatles-Klassiker "Hey Jude", animierte dabei das Publikum zum Mitsingen und erntete tosenden Applaus.

Ein "Back to the Roots" gab es für Klarinettistin Sina Herbst, die nun seit einigen Jahren schon als Berufsmusikerin in München lebt und arbeitet. Als wäre sie nie weggewesen, genoss sie den Abend und ließ im Duett mit ihrem Klarinettenpartner Alexander Stadler bei der "Dudelsack-Polka" von Jaroslav Novak einen kleinen Teil ihres virtuosen Könnens aufblitzen.

Ebenso wie der Trompeter Manuel Scheuring, der aus Volkach kommt und sein Hobby ebenfalls zum Beruf gemacht hat. Von ihm kam die legendäre Titelmelodie aus dem Westernklassiker "Spiel mir das Lied vom Tod" des weltbekannten Komponisten und Dirigenten Ennio Morricone. Zwar nichts Böhmisch-Mährisches, aber wie gemacht für den jungen Trompeter, um mit seinem Können das Publikum zu beeindrucken.

Ein sichtlich zufriedener Vorsitzender Bernd Froese dankte allen Akteuren, aber auch einer großen Schar von Fleißigen, die ihre Gäste auch kulinarisch verwöhnten. Sie machten damit Appetit auf all das, was der Musikverein in diesem Jahr noch in der Pipeline hat. In zwei Monaten, am Sonntag, 26. April, um 16 Uhr werden die meisten der Aktiven auf der Bühne im Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzerthalle sitzen, dann, wenn die "Bläserphilharmonie Forchheim" ihr Frühlingskonzert spielt. Alle Infos dazu sowie einen Online-Ticket-Service ab Montag, 2. März, gibt es im Internet unter www.mv-fb.de. red