Drei Monate lang war es nahezu still im Vereinsheim der Herzogenauracher Stadtjugendkapelle in der Eichelmühlgasse. Wie vieles andere stoppte das Coronavirus auch nahezu alle musikalischen Aktivitäten. Doch nicht ganz, denn einige Lehrer der Stadtjugendkapelle kommunizierten vom Vereinsheim aus online mit ihren Schülern, andere von zu Hause aus. Jung und Alt machte in großer Mehrheit mit. Dies klappte gut, und viele Musiker waren froh, auf diese Weise überhaupt noch ein bisschen "am Ball" respektive Instrument bleiben zu können.

Doch die Sehnsucht nach dem gewohnten und so wichtigen gemeinschaftlichen Musizieren wurde immer größer. Die Fallzahlen der Covid-19-Ansteckung sanken und blieben niedrig, und so erreichten vorsichtige Lockerungen der Vorsichtsmaßnahmen auch den musischen Bereich. Vom Nordbayerischen Musikbund (NBMB) trafen fortwährend neue Empfehlungen ein, in Übereinkunft mit den gesetzlichen Vorgaben Maßnahmen zum ursprünglichen direkten Unterrichten (Präsenzunterricht) zu ergreifen.

Ein strenges Hygienekonzept war zu erstellen, Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie Trennwände wurden beschafft. In den Unterrichts- und Proberäumen wurden Sicherheitsabstände festgelegt, Plakate wurden aufgehängt und Lehrer sowie Eltern und Schüler informiert. Die freie Zeit, die für den Vorstand durch Wegfall des Altstadtfestes entstand, wurde also anderweitig intensiv genutzt.

Platz für die kleineren Orchester

Und endlich war es so weit: Es gab grünes Licht, wieder Einzelunterricht im Vereinsheim durchführen zu dürfen. Gleich nach den Pfingstferien schallte es wieder munter aus dem Gebäude der Eichelmühlgasse 24. Trotz Maskenpflicht in den Fluren, Händewaschen und Dokumentationspflicht: Viele erleichterte Stimmen waren zu hören und frohe Gesichter zu sehen.

Schon kurz darauf wurde das Musizieren in kleinen Gruppen erlaubt, so dass erste Registerproben möglich wurden, und noch ein paar Tage später wurden die Mindestabstände für Blasmusiker von drei auf zwei Meter reduziert, so dass in den zwei größten Räume der Stadtjugendkapelle inzwischen etwas über zwanzig Musiker Platz finden. Dies reicht zum Beispiel für die Proben des Schülerorchesters und des Start-up-Orchesters unter Leitung von Michael Siebert.

Musiker, besonders Kinder, sind dabei, sich nach der langen Unterbrechung wieder aneinander zu gewöhnen, doch dies meistert Michael Siebert professionell mit Geduld und Humor. Annegret Rümmelein stellte schmunzelnd erheblichenErzählbedarf und große Freude bei ihren Schützlingen der musikalischen Früherziehung fest. Andrea Schockel teilt ihr Jugendorchester auf, um - quasi in zwei Schichten - mit allen Jugendlichen wieder proben zu können.

Norbert Engelmann geht mit seinen großen Orchestern, der Bläserphilharmonie und der Seniorband, soweit das Wetter mitspielt, ins Freie zum Proben, damit die Musiker dabei auf Abstand bleiben können. Auch die Schaeffler-Bigband unter Leitung von Holger Bock und die "Herzophonics" mit Silvan Koopmann haben sich zu ersten Proben wieder eingefunden. Das Bild der Erwachsenenorchester runden die Ehemaligen ab. Sie werden sich Anfang September wieder zum gemeinsamen Musizieren treffen und bis dahin ihre Instrumente bestimmt nicht nur von weitem ansehen, sondern Ansatz und Fingerfertigkeit üben.

Ausbildung geht weiter

Noch bestehen Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen, so dass sich die Stadtjugendkapelle noch nicht bei Festen und dem inzwischen beliebten Open-air-Konzert präsentieren kann. Auch ein Tag der offenen Tür kann noch nicht stattfinden.

Dennoch wird die Musikausbildung weitergehen, und interessierte Eltern können sich auf der Homepage der Stadtjugendkapelle unter www.sjk-herzogenaurach.de über Möglichkeiten informieren, ihre Kinder zum Musikunterricht im neuen Schuljahr anzumelden. Auskunft gibt es auch unter der Telefonnummer 09132/60292 und per E-Mail an info@sjk-herzogenaurach.de. wn