In seiner jüngsten Gemeinderatssitzung beschäftigte sich das Gremium des Marktes Mitwitz insbesondere mit einem Bauprojekt, das bereits seit längerem Anlass zu eingehender Diskussion gab: das Anwesen "Kronacher Straße 3", auch bekannt unter "Martel-Haus".

Ursprüngliches Ziel war es, das Anwesen mit Scheune in der Ortsmitte zu erhalten. Hierzu standen verschiedene Nutzungsvarianten privater Träger im Raum. Diese reichten von der Installation einer Apotheke als Ergänzung zur angrenzenden Arztpraxis über eine Pizzeria oder etwa ein Café.

Da sich diese Konzepte allesamt als nicht umsetzbar erwiesen, hat sich der Markt Mitwitz entschieden, das Projekt selbst in die Hand zu nehmen. Es stellte sich heraus, dass das "Martel-Haus" in einem baulich sehr schlechten Zustand ist. Auch im Hinblick auf die vom Markt Mitwitz jüngst aktualisierte Kostenberechnung von 1,25 Millionen Euro wäre das Projekt erneut auf den Prüfstand zu stellen.

"Ist bei einer derartigen Kostenexplosion das Kosten-/Nutzenverhältnis für eine umfassende Revitalisierung grundsätzlich noch gegeben? Sind uns die Installation einer Wohnung und einer Tourist-Information im ehemaligen Bauernhaus 1,25 Millionen Euro wert? Oder sollten wir aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen das Projekt neu bewerten?", wandte sich Bürgermeister Oliver Plewa an das Gremium.

Nach eingehender Diskussion erfolgte im Marktgemeinderat der einstimmige Beschluss, den Rückbau (Abriss) für das Anwesen "Kronacher Straße 3" zu beauftragen, vorbehaltlich der Förderung durch die Regierung von Oberfranken mit FONOB-Mitteln. Der Bürgermeister dankte den Gemeinderäten für diese Entscheidung und den Mut, einen Neustart gewagt zu haben. Er wies zudem auf den bereits genehmigten Zuschuss von 570 000 Euro für dieses Projekt hin. Nach dem Rückbau werde man ein sinnvolles - sich gut in die Umgebung einfügendes - Nutzungskonzept für das Anwesen erarbeiten und umsetzen.

Für das Projekt "Zapfenhaus", Am Grünen Tal 10, wurde darüber hinaus mehrheitlich beschlossen, einen Antrag auf Förderung des Rückbaus mit Sicherung der Mikwe bei der Regierung von Oberfranken zu stellen. Die weitere Vorgehensweise soll im Rahmen einer der nächsten Marktgemeinderatssitzungen besprochen werden.

Stadtumbaumanagement

Der Markt Mitwitz beabsichtigt außerdem, schnellstmöglich ein Stadtumbaumanagement zu installieren. Hierzu sollen Angebote verschiedener Büros eingeholt und ein Förderantrag gestellt werden. Im Fokus stehen hierbei insbesondere die Aufgaben der Ortsentwicklung sowie die Entlastung der Verwaltung.

Weiterhin wird ein neuer Außenauftritt des Marktes Mitwitz in Form einer neuen Corporate Identity angestrebt. Durch die Erarbeitung der Marke "Markt Mitwitz" soll ein Wiedererkennungseffekt geschaffen werden mit dem Ziel, Bürger noch mehr in gemeindliche Themen einzubinden und die Attraktivität von Website und anderen Medien für die Öffentlichkeit zu steigern.

Wegen der Corona-Krise muss der Kirchweihmarkt leider abgesagt werden. Im Rathaus werde man zeitnah nach Alternativen suchen, um der Kirchweih trotz allem einen würdigen Rahmen zu geben. Dabei werde man auch versuchen, Vereine und Einzelhandel einzubinden, so Bürgermeister Oliver Plewa.

Die Umfrage des Büros "Planwerk" im Rahmen der ILE B303 wurde an alle Haushalte verteilt und hat bereits einen erfreulichen Rücklauf erfahren. In der Hoffnung, ein möglichst breites Meinungsbild zu erhalten, dankte Bürgermeister Plewa schon im Vorfeld allen Bürgern für die rege Beteiligung. red