In Hausen rebellierten Frauen gegen den Krieg. Ihre Waffe: Liebesentzug. Frei nach der Komödie "Lysistrata" des griechischen Dichters Aristophanes hat Regisseur Jan Burdinski das Werk für den Fränkischen Theatersommer neu übertragen.
"Lysistrata - Rebellion der Frauen", eine zweistündige Musikkomödie, hatte zuerst im Oberaufseßer Schloss seine Premiere gefeiert. Der zweite Spielort des Stücks war jetzt in Hausen. Auf
dem Schulgelände war die Freilicht-Bühne errichtet worden. "Hausen ist bereits im dritten Jahr hintereinander Spielort des Fränkischen Theatersommers", freute sich Bürgermeister Gerd Zimmer bei der Begrüßung.


Heimspiel für Heroldsbacherin

Zur Besetzung des 13-köpfigen Schauspieler-Ensembles gehört auch Anna-Prisca Burwitz aus der Nachbargemeinde Heroldsbach. Sie hat erst vor kurzem ihr
Studium an der Schauspielschule in Mainz abgeschlossen. In einem weiteren Stück des Fränkischen Theatersommers, der "Mona Lisa" ist sie am 30. Juni
wieder in Hausen mit einem Solostück zu Gast.
Da würde sie sich sicherlich über etwas mehr Publikums-Zuspruch freuen, als es bei der Darbietung von "Lysistrata" der Fall war. Nur wenige Gäste lockte die durchaus sehens- und hörenswerte Musikkomödie in den Schulhof. Wohl auch, weil zeitgleich das DFB-Pokalendspiel stattfand. Doch das professionelle Ensemble mit Stefanie Rüdell in der Hauptrolle der Titelheldin Lysistrata bot auch für die nur rund 30 zahlenden Gäste eine sehr gelungene und mit viel Applaus bedachte Aufführung.
Das Stück thematisiert den Kampf einiger Frauen gegen die Männer als Verursacher von Krieg und den damit verbundenen Leiden. Denn die Männer sind mehr an der Front als zu Hause im Ehebett. Deswegen verschwören sich die Frauen Athens und Spartas, um den Frieden zu erzwingen. Sie besetzen unter Führung der Titelheldin Lysistrata die Akropolis, konfiszieren die Kriegskasse und verweigern sich fortan sexuell gegenüber ihren Gatten. Nach einigen Verwicklungen und Rückschritten — mehrfach versuchen liebestolle Frauen, die Burg in Richtung der Männer zu verlassen, oder die erbosten Herren, selbige zu erstürmen — führt der Liebesentzug tatsächlich zum Erfolg.


Heute so aktuell wie damals

"Das Thema ist heute, etwa 2500 Jahre nach der Zeit des Dichters Aristophanes, noch genauso hochaktuell", findet Regisseur Burdinski. Die Komödie wurde 411 vor Christus in der Zeit des Peloponnesischen Krieges zur Aufführung gebracht.