Bamberg — Die Sandkerwa ist dieses Jahr wie viele andere Feste der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Auch für die Kinder gab es deshalb weder schwindelerregende Karussellfahrten noch lecker gebrannte Mandeln. Und auch die Schausteller haben durch die Absage von Veranstaltungen in der Corona-Krise schwer zu kämpfen: "Wir wurden von der Politik vergessen", kritisiert Georg Fischer.

Umso mehr freut sich der 57-jährige Schausteller mit seinen Kollegen, dass sie jetzt am Kranen und am Markusplatz zumindest ein paar Fahrgeschäfte und Stände aufbauen konnten. Die Stadt hatte dies genehmigt. Seit gestern und noch bis zum 7. September soll so zumindest ein wenig das Kerwa-Gefühl nachgeholt werden. Mit Karussells, Wurf-Buden, Süßigkeiten-Ständen und sogar einem Mini-Riesenrad haben die Schausteller dort täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

"Spaß in den Alltag bringen"

Die Kerwa kann dadurch zwar nicht ersetzt werden, aber es ist ein Anfang - vor allem für die Schausteller. Denn sie können sich dank der Aktion über Wasser halten. Sie lieben ihre Arbeit, so auch Peter Weiß. Für ihn ist sein Job viel mehr als das, eine Lebensart. Eine, die sich durch das Corona-Virus stark verändert hat. Auf die Frage, ob es ihm gefällt, wieder seinen Job zu machen, antwortet er: "Wir wollen etwas Präsenz zeigen, um den Leuten einfach wieder Spaß in den Alltag zu bringen." Am meisten freut es ihn, Kinder wieder glücklich zu machen.

Riesenrad kommt an

Die 26-jährige Franziska Heinz war am Donnerstag auch mit ihren Kindern unterwegs, als diese das Riesenrad erspähten. Und natürlich konnten sie mitfahren. Der Sohn des zuvor genannten Georg Fischer betreibt das kleine Riesenrad und heißt wie sein Vater auch Georg Fischer. Auch für ihn sind die Kinder das Wichtigste an seinem Beruf. "Kindern eine Freude zu bereiten, ist mit ein Grund, diesen Job überhaupt zu machen."