Andreas Dorsch Das Virus aus China hat nicht nur in vielen Betrieben und Familien einschneidende Spuren hinterlassen, auch die Stadt Höchstadt wird voll getroffen. Ob beispielsweise das neue Eisstadion im geplanten Zeitrahmen gebaut wird, ist derzeit mehr als fraglich. Nicht auf die lange Bank geschoben werden sollen allerdings die Projekte, die bereits begonnen sind.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) geht jetzt schon davon aus, für den aktuellen - noch nicht verabschiedeten - Haushalt 2020 sechs bis sieben Millionen Euro Steuereinnahmen weniger zur Verfügung zu haben als geplant. "Wir müssen jetzt alle zur Verfügung stehenden Mittel im Haushalt nutzen, um ihn zu decken", sagt der Bürgermeister. Im Rathaus wartet man unterdessen auf einen Ausgleich der Steuerausfälle durch den Staat und hofft, "dass die Wirtschaft sich bald wieder fängt".

Finanzierung muss sicher sein

Alle Projekte, die noch nicht begonnen sind, sollen auf den Prüfstand. Das wird vor allem Eishockeyfans aufschrecken, die sich schon auf ein neues Eisstadion freuen. Normalerweise müsste man die Arbeiten dafür jetzt europaweit ausschreiben. Das könne man aber erst, wenn die Finanzierung gesichert ist, sagt Brehm. In den jetzigen Corona-Zeiten sei sie das aber nicht.

Wenn sich die Situation nicht schnell nachhaltig verbessert, werde es eine Verzögerung geben. Brehm: "Wir bereiten die Ausschreibung allerdings soweit vor, dass der Startschuss jederzeit erfolgen kann." Der Bürgermeister will auf jeden Fall an dem vom Stadtrat beschlossenen Bau festhalten und das neue Eisstadion noch in seiner aktuellen Amtsperiode eröffnen.

Unterdessen ist im alten Stadion die von den Eishockeyspielern schon lange gewünschte Erneuerung der Bande angelaufen. Die massive, über 40 Jahre alte Holzkonstruktion war laut Hans-Peter Philipp, den Chef der Höchstadter Freizeiteinrichtungen, "hart wie eine Wand". Durch eine neue, nachgebende Bande wird die Verletzungsgefahr deutlich reduziert.

Die Holzkonstruktion ist abgebaut. In den nächsten Tagen wird der Betonsockel saniert, an dem die neue Umrandung befestigt wird. Bis zum Saisonbeginn soll die neue Bande stehen. Finanziert wird dieses Projekt aus den Rücklagen, von denen die Stadt einige hatte, die aber jetzt laut Brehm dahinschmelzen.

Zu den Projekten, die wie geplant weiter laufen, gehört nicht nur der Kindergartenneubau in Zentbechhofen. Im Neubaugebiet in Etzelskirchen wurde am Hechtsprung bereits die Fläche planiert, auf der eine provisorische Kita in Containerbauweise errichtet wird. Um einen Erweiterungsbau für die Spix-Mittelschule komme man auch nicht herum, meint der Bürgermeister. Die Erneuerung von Berg-, Kerschensteiner-, Andreas- und St.-Georg-Straße läuft nun ebenfalls an. Die Planungsaufträge hat der Stadtrat vergeben. Zeitlich etwas verschieben könnte sich die Erneuerung der Steinwegstraße. Hier sollen auch Grundstücke auf der östlichen Seite in die Neugestaltung mit einbezogen werden.