50 Jahre nach der Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald und 42 Jahre nach Ausweisung des Nationalparks Berchtesgaden "ist für Naturfreunde in Bayern die Zeit reif für einen dritten Nationalpark", heißt es in einer Pressemitteilung des Grünen-Landtagsabgeordneten Christian Zwanziger. Laut einer aktuellen und repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Brand Support gibt es neben der bekannten bayernweiten Zustimmung zu neuen Nationalparkprojekten auch in den beiden bekanntesten infrage kommenden Regionen immer mehr Unterstützung. So sprechen sich laut der Studie 75 Prozent der Befragten im engen Umfeld des Steigerwalds für einen Nationalpark in der Buchenwaldregion aus, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Verantwortung übernehmen

"Es ist an der Zeit, dass Bayern als mit Abstand größtes Flächenland Deutschlands seiner Verantwortung für Natur- und Umweltschutz gerecht wird und einen weiteren Brutkasten für mehr Artenvielfalt schafft", forderte der grüne Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann bei der Vorstellung der Ende vergangenen Jahres erhobenen "Nationalparkstudie 2020".

Er kündigte für seine Fraktion die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie für die Ausweisung eines Nationalparks Steigerwald an: "Wir wollen den Weg zu einem neuen Nationalpark so konkret wie möglich ausweisen - er muss dann nur noch beschritten werden."

Die hohen Zustimmungswerte für den Nationalpark Steigerwald in der Region begrüßt der regionale grüne Landtagsabgeordnete Christian Zwanziger. "Mich freut, dass die Menschen in unserer Region die Tür zu einem Nationalpark Steigerwald damit weit aufstoßen", so Zwanziger. "Dem Nationalparkverein Steigerwald danke ich für sein unermüdliches Werben und die Aufklärungsarbeit. Oft gilt ja leider: grundsätzlich ja, aber nicht vor meiner Haustür. Gerade deshalb finde ich die hohen Zustimmungswerte bemerkenswert. Das ist quasi ein Arbeitsauftrag für die Söder-Regierung."

Aufwertung der Region

Manfred Bachmayer, stellvertretender Landrat im Landkreis Erlangen-Höchstadt, ergänzt: "Ein Nationalpark wird von der großen Mehrheit als wichtig für den Umweltschutz, Aufwertung für unsere Region und Chance für Tourismus und Beschäftigung gesehen. Das wäre sicher eine Chance für Wachenroth, Mühlhausen, Vestenbergsgreuth und weit in den Landkreis hinein."

Laut der aktuellen Studie ist die Zustimmung zu einem Nationalpark Steigerwald seit 2014 kontinuierlich gestiegen. Damals fanden 28 Prozent die Ausweisung eines Nationalparks zum Schutz der Buchen sehr gut, 33 Prozent eher gut. 2016 lag die Zustimmung bereits bei 68 Prozent, heute bei 75 Prozent. Ablehnend standen 24 Prozent der Befragten 2014 einem Nationalpark Steigerwald gegenüber. Ihr Anteil schrumpfte bis heute auf nur noch zwölf Prozent. red