JOsef Hofbauer

Trotz zahlreicher unbebauter Grundstücke herrscht in Ebermannstadt ein akuter Mangel an Bauland. 223 Baulücken summieren sich zu einer bebaubaren Fläche von 20 Hektar, doch die Bereitschaft, dieses Bauland auf den Markt zu bringen, ist gering. Aus diesem Grund soll in den Bereichen "Debert II und III" sowie im Gebiet "Ehrlich" bedarfsgerecht Bauland ausgewiesen werden.
Planer Max Wehner vom Planungsbüro "Team 4" präsentierte bei der jüngsten Stadtratssitzung einen Rahmenplan. Dafür hatte er Ökonomie, Ökologie, Infrastruktur und ähnliche Dinge unter die Lupe genommen und daraus Empfehlungen für eine Bebaubarkeit der Flächen abgeleitet. Grundlage seiner Arbeit waren die Ergebnisse einer Befragung, welche Grundstückseigentümer an einer "Weiterentwicklung" ihrer Flächen interessiert seien. Überdies wurde der Rahmenplan bereits mit Behörden wie dem Wasserwirtschaftsamt, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Bauamt, dem Amt für Landwirtschaft oder der Direktion für Ländliche Entwicklung abgesprochen. Von diesen Seiten liege bereits ein grundsätzliches Einverständnis vor, versicherte Max Wehner.


Genau hingeschaut

Am leichtesten zu besiedeln, so der Planer, seien die Areale im unmittelbaren Anschluss an die bestehende Bebauung im Bereich der "Oberen Bayerischen Gasse" und im "Ehrlich", im Anschluss an den Stadtpark. Allerdings sei in diesem Bereich die Wahrscheinlichkeit hoch, dass hier Bodendenkmäler aus der Latene-Zeit (450 v. Chr.) verborgen seien. Das könne aufwendige Untersuchungen zur Folge haben.
Im Bereich hin zur Staatsstraße nach Gößweinstein und im oberen Bereich der Gebiete "Debert II" und "Debert III" sei die Hangneigung mit bis zu 20 Prozent Steigung sehr hoch. Deshalb stufte er diese Zonen als Hangrutschgebiete ein. Gegen eine Bebauung spreche hier zum einen der hohe Bedarf an Ausgleichsflächen und die großen Mengen an Wasser, die abgeleitet werden müssten. Ein weiteres Argument: "Je weiter nach oben es geht, desto schwieriger wird die Erschließung", so Wehner. In der Übergangszone dazwischen stellte Wehner eine Hangneigung zwischen zehn und 15 Prozent fest. Dennoch hält der Planer diesen Bereich nur für bedingt geeignet; auch auf Grund wertvoller Streuobst-Bestände. Allerdings müsse im Flächennutzungsplan noch genau festgelegt werden, welche Areale für eine Bebauung wirklich in Frage kämen.
Stadtrat Ludwig Brütting (FW) würdigte diese Präsentation als gut, stimmig, einsichtig und nachvollziehbar, fügte jedoch ein großes Aber an. Er bedauerte, dass die Grundstücke zwischen den Steilgebieten und dem als gut bebaubar bezeichneten Areal in der Rahmenplanung als Bauland nicht berücksichtigt worden seien. Die Grundstückseigentümer links und rechts der Straße "Zum Schlüsselstein" hätten ihre Bereitschaft erklärt, im Rahmen des Baulandmodells ihre Grundstücke zur Verfügung zu stellen, blieben nun aber außen vor. Diese Grundstücksbesitzer seien nun sicher enttäuscht, fand Brütting.


Umland nicht vergessen

"Müssen die auf ein neues Bauleitplan-Verfahren warten?", wollte der FW-Stadtrat wissen. Sein Lösungsvorschlag: Um die bedarfsgerechte Ausweisung von Bauland zu erleichtern, möge die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch in diesem Areal Grundstücke aufkaufen und als Bauland zur Verfügung stellen.
Dritter Bürgermeister Rainer Schmeußer (CSU) schickte voraus, dass er in dieser Angelegenheit "neutraler als die Schweiz" sei. Er regte an, mit den Unentschlossenen zu verhandeln, da Flächen, die für eine Bebauung zweifelsfrei in Frage kämen, nur teilweise im Entwicklungsgebiet registriert sind. Konrad Dresel (WGG) erinnerte daran, trotz aller Freude über das neue Bauland, die Dörfer nicht zu vergessen. "Auch auf den Dörfer brauchen wir Flächen, auf denen junge Leute bauen können." Gegen fünf Stimmen segnete das Gremium den Rahmenplan ab.