Für so einen hochkarätigen Konzertgenuss würden viele Musikliebhaber weit fahren. Beim Frühjahrskonzert der Stadtjugendkapelle erlebten die begeisterten Besucher ein Konzert der Extraklasse ganz entspannt vor der "eigenen Haustüre" in der Turnhalle am Burgstaller Weg. "Wir stellen Ihnen heute das Ergebnis unserer Probenarbeit der vergangenen Monate vor", begrüßte Präsident Wolfgang Niewelt die vielen Besucher, von denen einige sogar mit einem Stehplatz vorliebnehmen mussten.


Mythen und Legenden

Das Schülerorchester & Bläserklasse der Realschule am Europakanal und das Jugendorchester sowie die Bläserphilharmonie unter der Gesamtleitung von Norbert Engelmann entführten in die Welt der Märchen, Mythen und Legenden. Viele solcher magischen Momente genossen Besucher am Spätnachmittag des Sonntags beim Frühjahrskonzert "Magic Moments" in der Mittelschul-Turnhalle.
In die Hintergründe und Geschichte der einzelnen Werke führten die Musiker selbst ein, bevor sie dann zum Leben erweckt wurden und Gestalt annahmen.
Die Dirigenten Norbert Engelmann, Lorena Gawriko, Franz-Josef Bicker und Andrea Kürten waren es auch, die das stimmungsvolle Programm zusammengestellt hatten und die Aktiven zu einer wahrhaft großartigen Leistung inspirierten. Wenn die Orchester miteinander musizieren, ist das keineswegs "nur" ein akustisches Erlebnis. Es lohnt sich auch, die Mitwirkenden zu beobachten, wie synchron sie spielen, mit Blicken kommunizieren und sich ohne Worte abstimmen.
Seinen Beginn fand der musikalische Höhepunkt mit dem Schülerorchester und der Bläserklasse, einer Kooperation der Stadtjugendkapelle und der Realschule am Europakanal, die im nächsten Jahr ihren zehnten Geburtstag feiern kann. Vom ersten Stück an überraschten die Youngsters mit "We Will Rock You" von Brian May durch Spielfreude und erstaunlich guter Intonation. Es machte dem Nachwuchs sichtlich Spaß den Rhythmus zu klatschen oder mit den Füßen zu stampfen.
Die Moderation übernahm Lorena Gawrikow, die sich mit Franz-Josef Bickel auch das Dirigat teilte. Nach der "Pinguin Promenade" intonierte das Orchester "Pomp and Circum-stance" von Edgar Elgar, einen Klassiker mit hohem technischen Anspruch. Dieses Stück forderte von den Youngsters höchste Konzentration, aber das zufriedene Lächeln der Dirigentin beim Absenken des Taktstockes zeigte, dass sich die Probenarbeiten ausgezahlt haben.


Harry Potter war mit dabei

Mit dem energischen Stück "Raiders March" aus Star Wars sorgten die Musiker für Bravo-Rufe und Begeisterung im Publikum. Mit "Siyahamba" von Luigi di Ghisallo und dem letzten Stück rückten die afrikanischen Rhythmen in den Focus.
Gleich zu Beginn setzte dann das Jugendorchester, das die Stücke auch selbst moderierte, unter der Leitung von Andrea Kürten die richtigen Akzente: Mit dem Grand Galop wurden die Zuhörer gleich in die richtige Stimmung versetzt und die jungen Musiker zeigten schon beim ersten Stück eine brillante Leistung.
Bei "Garden of the Black Roses" gab es für die Aushilfsmusiker aus dem ersten Orchester von der Dirigentin schwarze Rosen. Bei dem Filmmusikhit "Pirates of the Caribbean" zeigte das Jugendorchester einmal, was es an blitzsauberem Klang und präziser Rhythmik draufhat und war an Exaktheit nicht mehr zu überbieten.
Die Bläserphilharmonie unter der Leitung von Norbert Engelmann eröffnete den letzten Teil des Konzertes mit der "Ouvertüre 2001" von Thomas Doss und das Moderatorenteam Kathi und Tobi versprachen, dass es mit magischen Momenten weitergehe.
Und es ging mit "The Witch and the Saint" in das dunkle Kapitel des Mittelalters, zu den Hexenverfolgungen. Die folgende Ouvertüre zur Oper "Die Zauberflöte" ist für ein Blasorchester stets eine Herausforderung bezüglich Klangkultur und Stilempfinden und wurde mit Bravour gemeistert.
Mit den Zaubersprüchen "Incalzando" und "arrezzando" sowie "ruvido" und einem Trommelstock als Zauberstab wurde das nächste Stück angekündigt. Es war unschwer zu erraten, dass es sich um Harry Potter handeln würde.
Als "Sahnehäubchen" und als krönenden Abschluss holte Norbert Engelmann die rund 150 Musiker zum allerletzten Stück auf die Bühne. Der Lohn für die über zweistündige Performance auf einem sehr hohen Niveau waren ein nicht enden wollender Beifall und Blumen für die Dirigenten.