Die Landesbibliothek Coburg wird vom 15. bis 18. März zum Schauplatz einer wissenschaftlichen Tagung mit europaweiter Ausstrahlung. "Luthers Deutsch in Mittel- und Osteuropa" steht im Mittelpunkt, ein Aspekt der Reformationsgeschichte, der bislang zu Unrecht vergessen wurde.
Coburg wurde als Veranstaltungsort gewählt, weil hier Martin Luther den "Sendbrief vom Dolmetschen" verfasste, einen wegweisenden Text zu Fragen des angemessenen Übersetzens.
Der Kongress, zu dem rund 30 ausgewiesene Fachleute erwartet werden, geht auf ein an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedeltes Forschungsprojekt zurück. Seine hohe Bedeutung zeigt die Förderung durch die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien. Projektträger sind die Professoren Helmut Glück (Universität Bamberg) und Hans-Joachim Solms (Universität Halle-Wittenberg). Hinter das Reformationsjubiläum und die Bayerische Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" 2017 setzt diese hochkarätige Tagung in Coburg ein abschließendes Ausrufezeichen.
Alle Vorträge sind öffentlich. Besonders zum Eröffnungsabend am 15. März um 19 Uhr sind alle Interessierten besonders eingeladen, die sich Coburg als Ort der Reformation und der Wissenschaft verbunden fühlen. Es sprechen die Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz, Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer, die Vertreterin des Generaldirektors der Bayerischen Staatsbibliothek Dorothea Sommer sowie Dekan Stefan Kirchberger.


Herausragende Bestände

Anschließend hält Bibliotheksdirektorin Silvia Pfister einen einführenden Vortrag "Der Sendbrief vom Dolmetschen - Coburg als Schlüsselort der Reformation". Die Landesbibliothek richtet diesen Kongress aus, um so auf ihre herausragenden Luther- und Reformationsbestände und deren Relevanz für die überregionale Forschung aufmerksam zu machen.
Wegen der Tagung schließt die Landesbibliothek am Donnerstag, 15. März, bereits um 13 Uhr und ist am Freitag, 16. März, ganz geschlossen. red