Am Sonntag, 29. April, ist die jährliche Eröffnung des 35 Kilometer langen Brennerweges, der auch in Teilbereichen ein attraktives Wanderziel sein kann. Jede der sechs edlen Brennereibetriebe in den verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Wartmannsroth wird durch spezielle Angebote mit Vesper und Kuchen auch als kulinarisches Ziel an diesem Tag glänzen. Stolz sind die edlen Brenner, dass Wartmannsroth jetzt zu den 100 Genussorten Bayerns zählt und demnächst eine entsprechende Auszeichnung erhalten wird.
Schnapsideen-Brenner Lothar Bold aus Neuwirtshaus ist neuer Vorsitzender im Verein der Wartmannsrother Brenner. Er löste in der Jahreshauptversammlung bei Neuwahlen im Gasthaus "Zum Landgraf" den Genuss-Brenner Andreas Lutz aus Windheim ab, der nicht mehr kandidierte.


13 Mitglieder im Verein

Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt: Thomas Kleinhenz aus Wartmannsroth ist weiterhin stellvertretender Vorsitzender, Schriftführerin bleibt Ingrid Bold aus Neuwirtshaus, und Kassiererin ist weiter Conny Koch aus Völkersleier. Toni Bischof und Manfred Lutz prüfen die Kasse. Per Satzungsänderung sei auch die Gemeinde Wartmannsroth in den Vorstand der Brenner eingebunden, bestätigt Lothar Bold. Also habe Bürgermeister Jürgen Karle dort Stimmrecht. Damit gebe es zurzeit insgesamt 13 Mitglieder im Verein. "Es braucht noch einige Zeit, bis das Angebot an Mittagsverpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten mit dem anwachsenden Tourismus Schritt halten kann", sagt Lothar Bold zur Zeitung. In Zeiten schwindender Gasthäuser im ländlichen Bereich haben die edlen Brenner mit ihrem rollierenden Mittagsdienst in der Sommersaison schon längst ein positives Zeichen der Abhilfe gesetzt. Bold ist überzeugt, dass auch vermehrte Angebote der Ferienhäuser die Infrastruktur aufbessern werden. Das Branntweinmonopol ist per Gesetz heuer abgeschafft worden. Praktisch heiße dies, erklärt Bold, dass die Branntweinsteuer nicht mehr in alkoholischen Naturalien geliefert, sondern in barer Münze bezahlt werden müsse. Direktvermarkter seien dabei im Vorteil.
"Es kommen bestimmt noch etliche Änderungen auf uns Brenner in den nächsten Jahren zu", weist Bold auf interessante Zeiten hin, die in der Zukunft zu erwarten seien. Momentan schlecht abzuschätzen sei die Auswirkung des wachsenden Tourismus inklusive der zunehmenden Anzahl der Freizeitradfahrer. Bold will nicht ausschließen, dass auch Brennereibetriebe zu Gasthäusern werden können, wenn die Nachfrage groß genug ist. Nein, an Langeweile werden die edlen Brenner zukünftig nicht leiden. Das merken sie seit Jahren im Oktober am Interesse der Besucher zu den Tagen der edlen Brände.