Es ist schon eine langjährige Tradition, konnte aber – wer hätte es gedacht – in den letzten beiden Jahren nicht durchgeführt werden. Zur Ferienzeit hat heuer wieder das Korbmuseum Michelau einen Flechtkurs für Kinder angeboten. So konnte die Leiterin des Museums Ariane Schmiedmann am Montagvormittag gut ein halbes Dutzend Mädchen und Buben begrüßen, um ihnen einen Einblick in die Kunst des Flechtens und die Arbeit mit verschiedenen Flechtmaterialien zu ermöglichen.

Unter der Anleitung von Nina Regina Nötzelmann kam diesmal Peddigrohr zum Einsatz, das aus dem inneren Kern des Rattanrohrs gewonnen wird. Rattan, so erklärt sie, sei eigentlich eine Schlingpflanze, die in tropischen Wäldern Asiens an Palmen emporwächst. Diese wunderbare Handwerkskunst solle nicht verloren gehen, findet die Flechtwerkgestalterin, deshalb sei es wichtig, den jungen Menschen dieses Können zu vermitteln und ihr Interesse daran zu wecken.

Ran an die Körbe

Ein Korb soll es diesmal werden, der Boden aus Sperrholz und die senkrechten Peddigstäbe, die sogenannten „Aufsteller“ sind schon vorgefertigt. Aufgabe der Kinder ist es nun, mit Peddigrohr in den verschiedensten Farben aus diesen Rohlingen einen schönen Korb zu flechten.

Rot, grün, blau, gelb, braun und schwarz liegen die langen Schienen wohl sortiert am Boden. Die Kinder suchen sich ihre Farben aus und beginnen mit dem Flechten. Aufsteller werden gezählt, genau darauf geachtet, dass man sich nicht „verstrickt“. Fragen über Fragen kommen auf, Nina Regina Nötzelmann beantwortet sie alle und hilft, wenn es nicht weitergeht.

Der achtjährige Linus kommt aus Michelau , wohnt gleich neben dem Museumsgebäude. Nicht nur deshalb ist er auch schon das zweite Mal dabei. Er hat Freude an der Arbeit mit Flechtmaterial. Rot und blau hat er seinen Korb begonnen, er soll aber noch viel bunter werden. „Wenn er fertig ist, darf ich ihn mit heimnehmen und dann kommen da meine Legosteine rein“, meint der kleine Flechtkünstler.

Langfristige Ideen

Auf jeden Fall eine nachhaltige Idee zur Aufbewahrung von Spielsachen, allemal besser als eine Plastikbox. Diese Nachhaltigkeit der Korbwarenprodukte soll den Kids ebenfalls vermittelt werden, betont Ariane Schmiedmann. Eines der Mädchen versucht sich unter Anleitung der Meisterin an der Herstellung eines Tabletts.

Wenn dann die Werkstücke nach gut drei Stunden mühevoller Arbeit fertig sind, werden sie voller Stolz präsentiert. Es sei wichtig, dass die Kinder den Aufwand erkennen, der hinter so einem Produkt stecke, und wie viel Kraft von den kleinen Fingern benötigt werde, betont Nina Regina Nötzelmann.

Klar, dass sie alle ihre Meisterwerke mit nach Hause nehmen dürfen und dort einer sinnvollen Verwendung zuführen können. Ein voller Erfolg war diese Aktion des Korbmuseums auch in diesem Jahr, steht doch am Nachmittag schon die nächste Gruppe bereit.