Unzählige Laufsportler hätten in "normalen" Zeiten dem 16. Obermain-Marathon am 11. April entgegengefiebert. Wie schon im Vorjahr bleibt es beim Konjunktiv, Corona lässt noch nicht locker. Doch Trübsalblasen darf keine Option sein, findet der Staffelsteiner Holger Gunzelmann - und beweist Herz mit der Initiierung einer tollen Aktion, die Sportbegeisterung und Solidarität verbindet.

Der 33-Jährige und seine Gattin Kathrin wollen mit der Bewältigung der 12,5-Kilometer-Strecke für finanzielle Unterstützung des Bamberger Kinder- und Jugendhospizes "Sternenzelt" werben. An der Lobenhoffer Straße nahe des Klinikums entsteht die Einrichtung, die sich betroffenen Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener annehmen wird und für die kürzlich der Spatenstich erfolgte. Zwölf stationäre und einige teilstationäre Plätze sieht das "Sternenzelt" vor. Aber es gibt da ein kleines Problem: Die Finanzierung für stationäre Kinder- und Jugendhospize wird hierzulande von der Kranken- und Pflegeversicherung nicht kostendeckend übernommen. So besteht die Herausforderung darin, auch eine solide finanzielle Basis der Einrichtung dauerhaft zu gewährleisten.

Lauf in Feuerwehruniform

Holger Gunzelmann hat sich nun etwas einfallen lassen. Der Staffelsteiner, der selbst schon die Halbmarathon-Distanz bewältigt hat, wird zusammen mit seiner Frau an diesem Wochenende die 12,5-Kilometer-Strecke laufen. Aber er setzt sogar noch eins drauf: Er will die Strecke in Feuerwehruniform und mit Atemluftflasche zurücklegen, und macht so auf die ebenfalls schwierige Situation der Vereine aufmerksam. Auch die freiwilligen Feuerwehren, die nicht wie gewohnt üben dürfen, leider darunter. Insbesondere will Gunzelmann mit seiner Aktion dazu aufrufen, Solidarität im Hinblick auf das entstehende Kinder- und Jugendhospiz zu üben. Er selbst ist Vater zweier gesunder Kinder, weiß dies sehr zu schätzen und fühlt mit den Eltern, die das Schicksal hart getroffen hat. "Es gibt für Eltern nichts Schlimmeres, als wenn den eigenen Kindern etwas zustößt oder diese eine unheilbare Krankheit haben. Wenn für betroffene Eltern und Kinder eine Welt zusammenbricht, sollte man sie besonders unterstützen", wird Gunzelmann beim Telefonat im Vorfeld seiner lobenswerten Aktion nachdenklich.

Inspiriert von Frank Stuhlmann von der Freiwilligen Feuerwehr Seubelsdorf, der in der Vergangenheit auch eine caritative Aktion veranstaltete, ruft Gunzelmann nun diese Aktion ins Leben "in der Hoffnung, dass diese in den nächsten Jahren wachsen kann, wenn die Beschränkungen wieder weniger werden".

Und jetzt kommt natürlich die Hauptsache: Jeder Euro hilft der guten und eminent wichtigen Sache, wenn es darum geht, die psychisch wie physisch unter enormer Belastung stehenden Kinder und deren Eltern in Gestalt des Kinder- und Jugendhospizes zu unterstützen. Wer einen Beitrag hierzu leisten möge, sei ermuntert, dies zu tun durch einen finanziellen Obolus auf das Spendenkonto des Kinderhospizes "Sternenzelt" Bamberg, Empfänger: Franken Hospiz Bamberg, IBAN DE 69 7705 0000 0000 0111 48, Verwendungszweck: Kinderhospiz "Holger läuft".

Holger Gunzelmann wünschen wir viel Energie bei seiner sportlichen Herausforderung. Und zusammen mit ihm hoffen wir freilich auch, dass wir die tolle Atmosphäre der Laufsportveranstaltungen vom schon legendären Obermain-Marathon bis zum Flechtkulturlauf bald oder spätestens im kommenden Jahr wieder ausgelassen und frei von Zwängen und Ängsten genießen können.