Das Forum St. Kilian Bad Staffelstein , bestehend aus den Gruppen Kolpingsfamilie, Katholischer Frauenbund ( KDFB ) und Seniorenkreis, hat sich auf den Weg zu einem Ausflug nach Burgwindheim gemacht. Burgwindheim ist eine moderne ländliche Gemeinde und ein beliebter Wallfahrtsort an der alten Thurn- und Taxisschen Poststraße zwischen Bamberg und Würzburg und ist der älteste Markt des Steigerwaldes.

Sigrun Philipp, Kulturführerin und Vorsitzende des Frauenbundes, begrüßte die Gruppe an der Hl.-Blut-Kapelle, die inmitten des Friedhofs am nördlichen Ortsrand steht. Der heutige Bau stammt von 1594.

An der Westfassade sind zwei Engel zu sehen, die eine spätgotische Zylindermonstranz halten. Wie auf dem Chorfresko in der Pfarrkirche , so wird auch hier die wahrscheinlich authentische Monstranz des wundersamen Geschehens präsentiert. Ein Hostienwunder bei der Fronleichnamsprozession 1465 machte Burgwindheim zum Wallfahrtsort .

Auf einem Altar fiel „ohne fremdes Zutun und ohne Einwirkung des Windes“ die Monstranz um, die Hostie fiel zu Boden. Der Priester konnte sie mit aller Kraft nicht vom Boden lösen. Es wurde ein hölzerner Verschlag errichtet, um die Hostie zu bewachen.

Der Ebracher Konvent bereitete sich in einem achttägigen Gebet darauf vor, die Hostie wieder aufzuheben. Es gelang dann auch, und der Abt von Ebrach brachte die Hostie wieder in die Pfarrkirche zurück.

Das Ereignis wurde als Wunder betrachtet, und schon zwei Jahre später entstand diese Kapelle zum „Heiligen Blut“. Die Zahl der Wallfahrten nahm noch zu, als 1625 eine Quelle entsprang, die bald als wundertätig galt.

Anschließend wurde eine kurze Maiandacht, gestaltet von Winfried Butz und Marieluise Baier, abgehalten. In der Nachbarschaft dieser Hl.-Blut-Kapelle befindet sich auch der Hl.-Blut-Brunnen.

Die Pfarrkirche St. Jakobus war das nächste Ziel der Führung, deren Äußeres sehr schlicht gehalten ist. Im Inneren der Pfarrkirche offenbart sich jedoch der wahre Reichtum. Hier wurde ein Kleinod fränkischen Rokokos, überschäumend und wertvoll, geschaffen.

Der Ebracher Zisterzienserabt Hieronymus Held ließ in den Jahren 1748 bis 1751 die Pfarrkirche erbauen. Der Abt beauftragte namhafte Künstler für den Bau und die Ausstattung dieser wunderschönen Kirche, wie Balthasar Neumann und Wolfgang v. d. Auwera, dieser war auch Bauleiter der Würzburger Residenz .

Der Hochaltar hat einen prächtigen Rokokoaufbau. Die prachtvollen Stuckaturen an der Decke ließ Auwera von Italienern fertigen. Der Stuck umschließt drei Fresken, die über die Wallfahrtsgeschichte berichten: das Herabfallen der Hostie, ihre feierliche Erhebung durch den Ebracher Abt Burkard II. und eine Darstellung des Heilig-Blut-Brunnens mit Wallfahrern.

Auf dem Weg zum Schloss berichtete Sigrun Philipp auch über die Historie des Brunnens im Ortsbereich sowie über die ehemalige Thurn- und Taxisische Posthalterei. Im Schlosssaal des prachtvollen Barockschlosses von Burgwindheim hatte das Frauenbundteam ein Büfett aufgebaut. Das Schloss wurde als Amtshof des benachbarten Zisterzienserklosters 1720 und 1728 erbaut. Schloss, Pfarrsaal und Treppenhaus erzählen von der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung Burgwindheims. Nach einer kurzen Führung im Schloss wurde es Zeit zur Abfahrt nach Dankenfeld zur Einkehr.

Marieluise Baier. Vorstandsteammitglied KDFB-Zweigverein