Zum Thema Wahlplakate:
Sind sie also auch bei uns angekommen, in unserem Städtchen Bad Staffelstein . Bei den anstehenden Kommunalwahlen geht es zwar nicht um die „große Politik“, aber auch bei uns muss scheinbar einiges gerichtet werden. Sie reden von ideologischen Scheuklappen, von Verschleppung und Politik über die Köpfe der Bürger hinweg – also: Ordnung schaffen!
Einstmals hat das – kommunal – auch in einer benachbarten Stadt ähnlich begonnen. Franz Schwede, der spätere Bürgermeister jener Stadt, war die treibende Kraft. „Er baute die Verwaltung machtpolitisch zu Gunsten der Nazis um, betrieb Symbolpolitik und machte Coburg so zur ersten nationalsozialistischen Stadt Deutschlands“, so beschreibt das die Historikerin Eva Karl.
Sie formulieren dann wie der US-Demagoge: „Unser Land zuerst.“ Mit ihnen wird ein anderer Wind wehen, versprechen sie uns nicht bloß auf kommunalen Wahlplakaten. Nun – dessen Gebläse stehen wohl zu großen Teilen in Moskau. Ich hoffe zutiefst, dass das nicht passiert, das liegt in unser aller Verantwortung.
Sie wollen den Euro abschaffen und dass mein Vaterland die EU verlässt. Sie wollen es dem Mütterchen Russland zuführen.
Vier Jahre war ich als Zeitsoldat bei der Bundeswehr , wenige Jahre, nachdem die Russen den tschechoslowakischen Aufstand mit Panzern niedergewalzt haben und in der Zeit, in der die RAF sich umtrieb. Ich war ganz gerne Soldat und fühlte mich schon irgendwie und ein bisschen als Verteidiger unserer Republik. Jetzt – 50 Jahre später – bin ich immer noch stolz darauf.
Mein Enkelsohn wird demnächst das Gymnasium besuchen. Die englische und die französische Sprache will er dort erlernen. Ich will nicht, dass die russische dort zum Pflichtfach wird. Einen anderen Wind haben sie uns versprochen – der wirkt schon jetzt sehr moderig, ob auf Landes- und Bundesebene oder in unserem Städtchen.
Karl-Heinz Müller
Bad Staffelstein