Steffen Berghammer Der FC Lichtenfels (5.) befindet sich auch nach dem achten Spieltag in der Landesliga Nordost auf einer wahren Euphoriewelle. Und das, obwohl die Mannschaft der beiden Trainer Alexander Grau und Christian Goller im Heimspiel gegen die SG Quelle Fürth (13.) nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus kam. Am kommenden Sonntag um 11 Uhr könnten die Korbstädter ihren bärenstarken Saisonstart beim Meisterschaftsmitfavoriten TSV Neudrossenfeld (3.) krönen und dabei ein echtes Ausrufezeichen setzen.

"Wir stehen aktuell auf einer für uns ungewohnten Position und dürfen nicht so vermessen sein, dies als selbstverständlich hinzunehmen", warnt FCL-Trainer Alexander Grau bezüglich des vermeintlich enttäuschenden 1:1 gegen den Tabellen-13. Fürth. "Das Spiel zeigt nur wieder, dass hier jeder jeden vor Probleme stellen kann. Schließlich hat auch Fürth eine ungeheure spielerische Qualität mitgebracht." Was aber auch stimmt: Die Lichtenfelser mischen aktuell trotz dieser starken Konkurrenz mit 16 von möglichen 24 Punkten sensationell im Spitzenfeld der Landesliga Nordost mit.

Erwartungsgemäß befindet sich in der Spitzengruppe auch der kommende Gegner des FC Lichtenfels: Der TSV Neudrossenfeld (3.) zählt zu den absoluten Favoriten auf die Meisterschaft und wurde dieser Stellung im bisherigen Saisonverlauf auch gerecht. Aktuell liegt die Mannschaft von Trainer Werner Thomas nur einen Zähler hinter dem Spitzenduo Feucht und Bamberg. Was für Lichtenfels ein Problem sein könnte, ist nicht nur die Qualität des Gastgebers, sondern auch die frühe Anstoßzeit. Beginn in Neudrossenfeld ist bereits um 11 Uhr. "Das kenne ich eigentlich nur aus meiner Jugendzeit", gibt Alexander Grau zu. "Das darf aber keine Rolle spielen. Da muss jeder Spieler eigenverantwortlich handeln und dann ist auch jeder zu diesem Zeitpunkt auf den Punkt fit."

Engelbrecht sticht heraus

Fit sein muss vor allem die Defensivabteilung der Korbstädter, kommt mit dem TSV Neudrossenfeld doch eine echte Offensiv-Power. Allen voran Stürmer Louis Engelbrecht sticht aus einem starken Kollektiv sogar noch heraus. Er erzielte bislang neun (!) der 17 Neudrossenfelder Treffer. So fertigte der TSV auch schon die direkte Konkurrenz aus Feucht (3:1) und Schwabach (3:2) erfolgreich ab. Trotzdem: Unschlagbar ist dieser Gegner nicht. Gegen Friesen (12.) und Mitterteich (15.) kam Neudrossenfeld nicht über ein Remis hinaus und vor zwei Wochen verlor der TSV gegen den Überraschungszweiten FC Eintracht Bamberg mit 0:2.

Der FCL hat in der vergangenen Saison schon gute Erfahrungen mit dem TSV gemacht. In der Hinrunde musste man sich nur knapp mit 2:3 auswärts geschlagen geben und in Lichtenfels gab es sogar einen glatten 2:0-Sieg. "Sie werden uns nicht unterschätzen", ist sich Alexander Grau sicher. "Beide Mannschaften kennen sich gut und es gab schon viele Duelle auf Augenhöhe. Wir werden sicherlich nicht chancenlos sein, auch wenn da ganz große Qualität auf uns zukommt."

FC Lichtenfels: Kraus, Köster - Graf, Hellmuth, Wige, Schardt, Geldner, L. Dietz, L. Jankowiak, Schunke, Schaller, Ljevsic, Mohr, Pfadenhauer, Lulei, Mahr, Aumüller