Musik ist gut für die Seele. Musikmachen fördert spielerisch soziale Kompetenzen. "Ja, weil die Kinder diszipliniert sein müssen und beim Miteinanderspielen aufeinander achten müssen", bestätigt der Leiter der Musikschule Ebermannstadt, Wojciech Grabietz.

Die Musikschule hat eine Kooperation mit der Grundschule und dem Musikverein Pretzfeld. Die Schule bietet als Wahlpflichtfach eine Bläserklasse an, in der Blasinstrumente und Schlagzeug erlernt werden können. Der Musikverein unterstützt bei den Unterrichtsgebühren und besorgt die benötigten Instrumente. "Und die Musiklehrer kommen von der Musikschule. Normalerweise unterrichten wir ja in den Räumen der Grundschule", erklärt Grabietz, doch dann kam Corona.

"Wir hatten bis Anfang des Jahres Dreier-Gruppen unterrichtet. Dann zwei Monate gar nichts. Und seit dem 11. Mai gibt es Einzelunterricht", erzählt Musiklehrerin Melanie Schauer. Dafür brauchte es mehr Räumlichkeiten. "Da kam man auf uns zu. Weil das sanierte Vereinsheim nach dem Shutdown nicht mehr genutzt werden konnte, haben wir mit den Vereinen gesprochen", berichtet Erster Bürgermeister Steffen Lipfert (FW) und sagt weiter: "Die waren wohl gleich einverstanden, aber wir wollten den Raum nicht einfach so vereinnahmen." Seitdem kann Kindern der Grundschule im Haus der Vereine Einzelunterricht gegeben werden. Doch das war am Anfang gar nicht so einfach.

Instrumente konzentrieren Luft

"Zu Beginn stellten wir Lehrer zwischen uns und den Schülern eine Trennwand und mussten drei Meter Abstand halten. Das ist für ein Kind sehr befremdlich", erklärt Melanie Schauer. Mittlerweile muss bei Bläsern ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Die Musiklehrerin erklärt, dass bei Blasinstrumenten die Luft durch das Instrument konzentriert und ungefiltert wieder in den Raum hineingeblasen wird. Deshalb ist hier mehr Abstand nötig.

Und sie erinnert sich an das unangenehme Gefühl der Unsicherheit, denn es war für sie eine Zeit des absoluten Stillstandes. Keiner wusste, wie es danach weitergehen würde. Würden die Schüler wieder kommen? Würden die Eltern in Kurzarbeit sein und den Unterricht nicht mehr bezahlen können? Doch die Schüler kamen wieder.

Zum Beispiel die achtjährige Lena Klaußner, die wieder zum Blockflötenunterricht kommt. Sie spielt das Instrument bereits seit zwei Jahren. Im Raum des Hauses der Vereine ist der Unterricht für sie entspannter, denn da stehen keine Tafel und kein Lehrerpult. Und an den Abstand zur Lehrerin hat sie sich gewöhnt. Die zeigt ihr dann auch gleich wie sie die Flöte richtig greifen muss.

"Musikunterricht ist halt Präsenzunterricht", sagt Wojciech Grabietz, denn man müsse genau hören, ob ein Ton getroffen wird und sehen können, ob er richtig gegriffen wurde. "Sonst bringt man sich was Falsches bei. Und das dauert lange, bis es korrigiert ist." Er freut sich, dass wieder in kleinen Gruppen musiziert werden kann: "Die Kinder vermissen es, miteinander musizieren zu können."

Wojciech Grabietz erzählt, dass die meisten Kinder, die von der Musikschule unterrichtet werden, aus Ebermannstadt kommen. An zweiter Stelle steht Pretzfeld mit 80 musizierenden Kindern. Zwei davon sind die beiden Kinder des Bürgermeisters: "Musikmachen macht ihnen Spaß", verrät der. Noch offen ist allerdings wie es im nächsten Jahr weitergehen wird.