"Küps ist ein beeindruckendes Beispiel einer Marktgemeinde im Frankenwald." Dieses Kompliment aus dem Munde der Stadtbauhistorikerin Alexandra Baier freute nicht nur Bürgermeister Bernd Rebhan, sondern auch seine Gemeinderäte. Im Rahmen ihrer Sitzung wurden bisherige Maßnahmen und Bürgerbeteiligungen des "Kommunalen Denkmalkonzeptes Küps" in Zusammenarbeit mit dem Bamberger Büro "transform" vorgestellt und weitere Vorgehensmaßnahmen erörtert.
Ein Stimmungsbild des Gremiums wünschte sich vor Beginn der Präsentation die Architektin und Stadtplanerin Yvonne Slanz. Vorher aber erfuhren die Gemeinderäte, wie Küps sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Dafür habe man alte Fotos ausgewertet und sei auch in den Archiven fündig geworden. So hätten strohgedeckte Fachwerkhäuser Ende des 19. Jahrhunderts das Ortsbild geprägt.
Alexandra Baier: "Viele Häuser waren mit Rechten belegt, wie Metzger, Bäcker oder Schreiner. Später wurde Küps als Standort für größere Firmen interessant. Das alte Ortsbild wurde modernisiert. Allerdings hat der Ort immer noch eine hohe Denkmaldichte, städtebauliche Qualitäten, liegt zentral im Grünen und man sieht von überall den Kirchturm."
Die Defizite lägen laut Yvonne Slanz in der Dominanz der Verkehrsflächen und in den Verlusten der historischen Bausubstanz. Außerdem bestünden großer Renovierungsbedarf und unsachgemäße Überformungen. Dafür bilde der Bereich im hinteren Schloss eine funktionale Einheit mit qualitätvollen Gebäuden, so Baier.
Handlungsbedarf sah Slanz in folgenden Punkten: "Man muss dem Leerstand und dem Sanierungsstau entgegenwirken und die Rahmenbedingungen verbessern. Wenn die Häuser saniert sind, sind die Bewohner zufrieden und die Besucher kommen nach Küps." Man müsse vor allem die eigenen Identität stärken. "Historischen Gebäudestand muss man wertschätzen und sanieren und man muss Akzente setzen."


Alle an einem Strang

Stadtplanerin Yvonne Slanz sah neue Nutzungsmöglichkeiten für verschiedene Gebäude und auch eine gute Chance zum Erwerb für "Leute mit kleinem Geldbeutel." Doch diese Prozesse fänden nicht von heute auf morgen statt. Bei der Bürgerbeteiligung habe man sich schon viele Anregungen für künftige Nutzungsmöglichkeiten holen können, lobte sie. Und so formulierte sie die strategische Zielsetzung: "Die Kommune als Impulsgeber, die Eigentümer als Partner und Inhaber und Netzwerke und Partner als Kümmerer."
Noch keine objektive Aussage gäbe es zur Entwicklung der Haushalts- und Finanzwirtschaft im Rahmen der beschlossenen Haushaltssatzung 2018 sowie den gesetzlich festgelegten Parametern. Wichtige Einnahmen stünden noch aus und die Entwicklung der Ausgaben hänge von Faktoren ab, die man nicht beeinflussen könne. Umso mehr freute sich Bürgermeister Bernd Rebhan über eine "klasse Förderung" für den Ersatzneubau der Sporthalle in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro. "Das entspricht etwa 75 Prozent der Neubaukosten."
Einverständnis der Räte bestand beim Beschlussvorschlag für den Bebauungsplan des Wohngebietes "Lohäcker" in Burkersdorf. Hier sei die Zusammenstellung des Ingenieurbüros IVS ein Bestandteil, der in den Planentwurf eingearbeitet werden soll. "Wir müssen selbstverständlich die Interessen der Anlieger berücksichtigen und ihnen auch entgegenkommen", versprach Rebhan.
Erneuter Punkt auf der Tagesordnung war der Bebauungsplan für das Wohngebiet "See" am Ortsausgang in Richtung Tiefenklein. Wie Rebhan betonte, wolle man endlich Nägel mit Köpfen machen. Dies sei allerdings erst möglich, wenn man die Kanäle in der Kulmbacher Straße hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit überprüft habe, um die Entwässerung des Baugebietes sicherzustellen. Erst danach könne man die Kosten überblicken. "Wir haben den Schalthebel immer noch in der Hand. Entweder wir legen ihn um oder wir lassen es."
Ulrike Eberle-Berlips (CSU) gab zu bedenken, ob man denn ein Baugebiet überhaupt in der Nachbarschaft des historischen Ortskerns haben wolle, und Dieter Lau (SPD) äußerte sich ebenfalls skeptisch: "Trinkwasser, das ist ein sensibler Bereich. Es könne unter Umständen hohe Erschließungskosten entstehen. Wir müssen überlegen, wo wollen wir hin? Uns nach draußen entwickeln und drin die Leerstände fotografieren?"