Eine besondere Auszeichnung erfuhren die sozialen Betriebe der Laufer Mühle durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Im Rahmen der Initiative "zu gut für die Tonne" wurde von der Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) das große Engagement des Lebensmittelpunkts, einer Betriebsstätte des mittelfränkischen Sozialunternehmens, das an den Standorten Neustadt, Herzogenaurach, Bamberg und Höchstadt tätig ist, gewürdigt.
Rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr in Deutschland weggeworfen. Mit der Kampagne des Bundesministeriums werden vorbildliche Projekte ausgezeichnet, die durch innovative und kreative Ideen Lebensmittel "retten".
Der Aischgründer Lebensmittelpunkt sammelt wöchentlich rund acht Tonnen Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukte aus Geschäften in den Landkreisen Neustadt/Aisch und Erlangen- Höchstadt ein, die dort aus dem Verkauf genommen wurden, für den Verzehr aber noch völlig in Ordnung sind.


Innovatives Projekt

Fleißige Helfer, darunter viele Ehrenamtliche, sortieren die angelieferten Produkte und verwerten sie neu. Ein großer Teil der Lebensmittel wird an drei Tagen in der Woche an etwa 600 bedürftige Menschen in der Region ausgegeben. Als besonders innovativ betrachtete die Jury, in der neben der Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, auch der Fernseh- und Sternekoch Christian Rach sitzt, dass mit den Produkten auch das tägliche Schulfrühstück in einer ortsansässigen Mittelschule beliefert wird. Davon profitieren Schüler, die vormals ohne Frühstück in den Unterricht kamen, da die häusliche Versorgung nicht sichergestellt war. Nach Berichten der Lehrkräfte sitzen diese Schüler nun nicht mehr mit knurrendem Magen im Schulzimmer und können sich besser auf den Unterrichtsstoff konzentrieren.
Darüber hinaus verwertet der Lebensmittelpunkt die restlichen Produkte zu Obstkörben und Obstsalaten, die in den anderen sozialen Betriebsstätten verteilt werden, um somit auch einen Beitrag zum betrieblichen Gesundheitsmanagement zu leisten. "Äpfel, Orangen, Trauben und Melonen, die sonst auf dem Müll gelandet wären, dienen so noch als Vitaminspritze für den Arbeitskollegen", erklärt Betriebsleiterin Swenja Ott dem Sternekoch Christian Rach, der spontan zusagte, einmal im Lebensmittelpunkt für Bedürftige kochen zu wollen.
Aus den restlichen Mengen zaubern die Helfer im Lebensmittelpunkt dann noch leckere Säfte und Marmeladen. Mehr als 60 verschiedene Sorten werden so auf regionalen Märkten angeboten und erfreuen sich großer Nachfrage gerade auch deshalb, weil nicht nur der Inhalt schmeckt, sondern auch eine "unterstützenswerte soziale und ökologische Idee mit im Glas steckt", so Swenja Ott. Der Auszeichnung durch Julia Klöckner wohnte auch die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler bei, die als Kennerin und Freundeskreismitglied der Laufer Mühle das Sozialunternehmen auf die Initiative aufmerksam gemacht hatte.
Michael Thiem