Der SC Eltersdorf stellte beim 2:0 gegen den Neuling vom ATSV Erlangen eines von sechs siegreichen Teams des ersten Spieltags in der Bayernliga. Auch die anderen Aufsteiger gingen leer aus, während der FSV Erlangen-Bruck in der torreichsten Partie am Sieg schnupperte, sich im Derby gegen die SpVgg Jahn Forchheim letztendlich aber mit einem 3:3-Unentschieden begnügen musste.


Bayernliga Nord

FSV Erlangen-Bruck -
SpVgg Jahn Forchheim 3:3

Noch nicht sattelfest präsentierten sich die Abwehrreihen im Derby, was vor allem den 300 Zuschauern zugute kam. Sechs teils sehenswerte Treffer fielen in 90 umkämpften Minuten, die behäbig begannen. Bei glühender Hitze erwischten die Gäste den besseren Start, ohne jedoch sonderlich gefährlich zu werden. Nach einem Eckball von Firat Güngör traf Steffen Müller am zweiten Pfosten frei stehend per Kopf (23.) trotzdem zum 0:1. Die folgende Trinkpause brachte kaum neuen Schwung. Doch Bruck biss sich jetzt rein in die Partie und belohnte sich: Oliver Seybold legte am Sechzehner auf Thomas Roas ab, der eiskalt zum 1:1 einschob (44.). Seybold hätte kurz darauf selbst treffen können, köpfte jedoch an die Latte.
Mit der zweiten Hälfte zog ein Sturm auf und mit dem Regen fielen die Tore. Auf dem nun schnellen Untergrund schickte Roas seinen Stürmer steil - Seybold schob zum 2:1 ein (51.). Nur kurz darauf wurde der Jahn nochmals rasant ausgespielt. Rafael Hinrichs legte im Strafraum quer und Firat Cagli drückte den Ball über die Linie (55.). "Das war ärgerlich, aber wir haben ja bei der WM gesehen, dass schnelle Gegenzüge schwer zu unterbinden sind, ohne ein Foul zu machen", bedauerte Jahn-Trainer Christian Springer.
Zu seinem Glück ließ sich sein Team bei strömendem Regen davon nicht unterkriegen. Jens Wartenfelser knallte einen abgeblockten Ball mit seinem linken Fuß an die Unterkante der Latte und im Nachschuss über die Linie zum 3:2 (57.). Müller stand kurz darauf allein vor Torwart Nikolas Herzig, schoss ihn jedoch an. Erst jetzt war wieder etwas von den Erlangern zu sehen, aber der Jahn verteidigte mehrmals im letzten Moment. "Wir wurden dafür bestraft, dass wir nach unserer Führung unsere Kontermöglichkeiten zu schlampig ausspielten", ärgerte sich FSV-Trainer Normann Wagner. Ausgerechnet sein Ex-Stürmer, der jetzt das Trikot des Jahn trägt, köpfte den Ausgleich: Auf eine kurze Flanke von Müller stand Tom Jäckel goldrichtig und vollstreckte (76.). Danach hatte der Jahn sogar noch die Chance auf den Sieg, doch der eingewechselte Drazen Misic und Müller scheiterten. Nach 90 intensiven Minuten ging die Punkteteilung in Ordnung. uwke
FSV: Herzig - Lala (37. Sperber), Hinrichs, Djonbalic, Roas (74. Bauernschmitt), Basener, Cagli, Fromholzer, Lunz, Seybold, Selmani (89. Fischer)
SpVgg: Stahl - Jerundow, Tischler, Hagen, Müller, Städtler (78. Schwinn), Noppenberger (68. Misic), Wartnefelser, Güngör (68. Karsak), Nagengast, Jäckel
ATSV Erlangen -
SC Eltersdorf 0:2

Trotz der Hiobs-Botschaft, dass Torjäger Vignon Amegan wegen eines Achillessehnenrisses wohl die ganze Saison ausfallen wird, begann der gastgebende Aufsteiger mutig und hatte durch Ruhrseitz (8.) und Faßold (10.) erste gefährliche Aktionen. Eltersdorf wirkte vor 400 Zuschauern jedoch abgeklärter, und nachdem Stark aus spitzem Winkel gescheitert war (16.), brachte ein Standard den SCE auf die Siegerstraße: Stark stand nach einer verlängerten Ecke goldrichtig und köpfte zum 0:1 ein (30.). Erlangen war nicht geschockt, schenkte dem Favoriten weiter keinen Zentimeter und hatte bei einsetzendem Regen auch zum Start der zweiten Halbzeit die ersten Möglichkeiten. Doch ein Aufsetzer von Yüce war sichere Beute von Keeper Akbakla. Dann war wieder Eltersdorf dran - und wie: Stark (57.) und Tobias Herzner (59.) scheiterten am Aluminium, Letzterer wurde Sekunden später von den Beinen geholt: Den fälligen Strafstoß nutzte Bastian Herzner zum entscheidenden 0:2 (60.). Der ATSV spielte in der Folge zwar weiter gut mit, schaffte es jedoch nicht mehr, der aufmerksamen Defensive der "Quecken" ein Schnippchen zu schlagen. Auf der anderen Seite hatte der auffällige Stark eine weitere Möglichkeit zu erhöhen, verzog nach sehenswerter Vorlage von Bastian Herzner jedoch knapp (72.). Am Ende setzte sich der Favorit verdient durch, der ATSV hinterließ in seinem ersten Bayernligaspiel jedoch einen ordentlichen Eindruck. red
ATSV: Kraut - Kammermeyer, Guerra, Marx, Vargas Flicker, Faßold (66. Steininger), List (80. Markert), Ruhrseitz, Kulabas, Yüce, Graine (65. Ferizi)
SCE: Akbakla - Lindner, Kind, Schäferlein, Fuchs, Göbhardt, Sengül (77. Köhler), Stark, Dotterweich, B. Herzner (85. Reinfelder), T. Herzner (88. Elperin)