Reinhard Löwisch

Affalterthal —  Während die "älteren Semester" ihr wohlverdientes Nickerchen vor dem abendlichen Fernseher hielten, war im Mehrzweckhaus, gebaut als dörfliches Gemeinschaftshaus, Stimmung pur angesagt.
Bernd Regenauer bekannt als Erfinder und Autor der "Metzgerei Boggnsagg" und Träger des deutschen Kabarett-Preises las den Franken "die Leviten" und hielt ihnen den Spiegel vor; so wie es jeder Franke kennt und auch praktiziert: Vom mundartlichen Babbagei mit fränkischem "weichem B" bis zum Schützenheim-Slogan "Schießen Lernen - Freunde treffen".


Breitbandnetz durchschneiden

Regenauer erzählte vom Bürgermeister; der beim Einweihen des neuen Breitbandnetzes das Netz mit einer großen Schere durchgeschnitten hat, weil er diese Zeremonie kennt, wenn man eine Straße eröffnet, was er schon hundert Mal vorher gemacht hatte und von vielen weiteren Begebenheiten, die er selbst erlebt und recherchiert hat.
"MixTour" lautete das Thema des Abends. Regenauer allein auf dem Podium mit einem Stehtisch vor rund 80 Zuhörern präsentierte Zeitkritisches und Zeitloses aus seinen vielen verschiedenen Programmen, eine Art "Best-Of", die viel Raum zu Interaktionen lässt. Ein Mix aus Klassikern und aktuellen Texten, mit denen er auch aufs Publikum zuging. Altbürgermeister Christian Meier wurde sein "Opfer" mit dem er Zwiesprache über das typisch fränkische Verhaltensmuster hielt; beispielsweise beim Betrachten eines Dixi-Klos, mit dem angebrachten Motto: "Ihr Geschäft ist unser tägliches Brot".


Ohne "Nützel"

Erstklassiges Kabarett von launig-locker bis zupackend bissig. Es "menschelte" bald im Saal des Mehrzweckhauses. Jeder konnte sich mit dem Gesagten identifizieren, was an den ausgelassenen Lachsalven leicht abzulesen war. Den "Mensch Nützel" ließ er an dem Abend außen vor. Obwohl er mit dieser Geschichte vor vielen Jahren hier in der Gegend bekannt wurde: Als Leiter der Tourismuszentrale, der aus dem politischen Nähkästchen plaudert und dabei von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen "sabbt".
Ein Übriges tat die Volksmusikgruppe Dadaraa aus dem Bayreuther Raum, die mit fröhlicher, bekannter Kirchweihmusik die Stimmung anheizte. Eine schöne Geste des Künstlers gab es zum Schluss des gelungenen Abends: Er drückte jedem, der mitgeholfen hatte, den Termin zu einem vergnüglichen Abend werden zu lassen die Hand. Der Küchen-Crew unter der Leitung von Inge Bernhardt, der Thekenmannschaft betreut von Siegfried Dietel und Helmut Hofmannund den Damen der Sektbar, Melli Beetz und Petra Müller.