Mit den schönen Sonnentagen brummt es auch in und um Bamberg wieder ganz schön. Die Hummeln sind emsig an den ersten Blüten unterwegs und saugen Nektar. Und mit dem Flug der Hummel ist auch das bayernweite "Hummeltelefon" wieder an den Start gegangen. Hier kann jeder Naturfreund Hummelfotos einreichen, ein Expertenteam antwortet, wie der Bund Naturschutz berichtet.

Willkommene Ablenkung

Gerade in der momentanen Lage bietet die Aktion eine schöne und willkommene Ablenkung für Groß und Klein. Ob im heimischen Garten, gemütlich auf dem Balkon oder bei einsamen Spaziergängen in der Natur: Ausgestattet mit Handy oder Fotoapparat können die kleinen fliegenden Brummer abgelichtet und die Fotos an das "Hummeltelefon" gesendet werden. Nach großer Resonanz in den letzten beiden Jahren bieten Bund Naturschutz und IfBI (Institut für Biodiversitätsinformation e.V.) bis in den Juli hinein erneut diesen einzigartigen Service an.

Insgesamt gibt es in Deutschland 41 verschiedene Hummelarten. Davon stehen in Bayern 13 Hummelarten auf der Roten Liste: Hauptgrund des Rückganges sind ausgeräumte Ackerfluren. Hummeln können nach den Gesetzen der Aerodynamik eigentlich gar nicht fliegen. Die Flügel sind zu klein für ihren Körper. Doch die Hummelflügel sind flexibel und drehbar; sie schlagen bis zu 200 mal in der Sekunde. Dadurch werden die hörbaren brummenden Luftwirbel erzeugt, die für den nötigen Auftrieb sorgen. Dies wurde erst 1996 herausgefunden.

"Da es immer stärker darauf ankommt, zum Erhalt der Artenvielfalt einen eigenen Beitrag zu leisten, müssen wir uns alle und unsere Kinder wieder stärker für die Natur interessieren. Nur, was man kennt, wird man auch schützen. Da Hummeln groß und meist relativ langsam unterwegs sind, lohnt es sich, mit ihnen zu beginnen", sagt Martin Bücker, Vorsitzender des Bundes Naturschutz Bamberg.

Das "Hummeltelefon"-Team besteht aus den Biologinnen Mareen Geyer und Josephin Römer sowie Klaus Mandery, Leiter des in Ebern ansässigen IfBI, Vorsitzender des Bund Naturschutz Haßberge und Wildbienenexperte. Das Team antwortet auf die jeweilige Nachricht so schnell wie möglich mit dem Artnamen und Informationen rund um die abgelichtete Hummel.

Über 2700 Fotos

Die bayerische Bevölkerung interessiert sich für Hummeln und Insekten. Laut Bund Naturschutz haben letztes Jahr über 2700 Fotos von über 500 begeisterten Teilnehmern das "Hummeltelefon" erreicht. Dabei wurden knapp 920 Hummeln abgelichtet.

Mit dem "Hummeltelefon" fördern BN und IfBI das Bewusstsein dafür, wie wertvoll Hummeln - stellvertretend für alle Insekten - sind.

Jeder Hummelfund wird auch dieses Jahr wieder in eine interaktive Karte eingetragen. So wird mehr über die Verbreitung der Hummelarten in Bayern bekannt, ein wichtiger wissenschaftlicher Effekt dieses Citizen-Science-Projektes. red