Freude und Sorgen liegen beim Allgemeinen Sportverein (ASV) Marktschorgast nah beieinander. Das kam in der Hauptversammlung zum Ausdruck. Deutliche Worte richteten die Vorsitzenden Sven Wunderlich und Michael Kaznica an den zur Zeit 292 Mitglieder zählenden Verein, von denen 60 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre alt sind.
Die Lage im ASV ist demnach wirklich brenzlig, führte Wunderlich aus. "Die Situation in Bezug auf Helfer ist seit der letzten Versammlung nicht besser geworden, ganz im Gegenteil. Es ist eine Handvoll Mitglieder, die den Großteil der Arbeiten erledigt. Es kann nicht angehen, dass der Vorstand all die Aufgaben übernehmen muss, um überhaupt noch einen Spielbetrieb am Steinhügel zu ermöglichen. Sollte sich im laufenden Jahr personell nicht massiv etwas ändern, werden wir für die Neuwahl nicht mehr zur Verfügung stehen."
Eine andere Last für den ASV konnte hingegen abgeschüttelt werden: "Ein großes Sorgenkapitel konnten wir zusammen mit der Marktgemeinde schließen: Die Turnhalle am Kapellenberg ist nicht mehr der Klotz am Bein des Vereins. Die Gemeinde hat zum 1. Januar die Turnhalle übernommen, und wir als Verein dürfen sie weiterhin für unsere Abteilungen nutzen."
Nach den Ausführungen des Vorsitzenden Sven Wunderlich und Kassiererin Nicole Wunderlich ist die finanzielle Lage des ASV "weiterhin im grünen Bereich". Kassenprüferin Margit Beck bestätigte eine einwandfreie Buchführung.
Margit Beck, Leiterin der Damengymnastik-Abteilung, berichtete von 34 Übungsstunden, die durchschnittlich 15 Frauen besuchten. Die Leitung der Herrenriege in der Gymnastikabteilung liegt in den Händen von Heinrich Günther.
"Als größtes Sorgenkind", so Wunderlich, " sehen wir unseren fehlenden Jugendbereich." Fußballabteilungsleiter Reiner Hofmann berichtete anfangs recht euphorisch: "Ich denke, der gesamte Verein wird mit einem Lächeln auf den Lippen auf das ablaufende Jahr zurückblicken können. Unsere 1. Mannschaft hat endlich den Aufstieg in die Kreisklasse geschafft. Dies ist für uns als relativ kleiner Verein, ein großer Erfolg, der natürlich würdig gefeiert wurde. Momentan haben wir für die beiden Teams 33 Aktive zur Verfügung. Die E-Junioren unter Leitung von Michael Walter mussten wir
nach der Hinrunde aus dem laufenden Spielbetrieb zurückziehen." Drei A-Jugendspieler seien bei der SG Marktleugast im Einsatz. Glücklich sei man, drei Schiedsrichter für den Verein zu stellen. Kritisch blickte Hofmann in die Zukunft: "Der Verein sollte sich möglichst bald Gedanken über die Zukunft der Jugendarbeit machen. Ohne Jugend kann man mittelfristig auch keine konkurrenzfähige 1. Mannschaft mehr aufbauen."
Am Wochenende vom 13. bis 15. Juli kann der Verein am Steinhügel "90 Jahre Fußball in Marktschorgast" feiern". Extra dafür sei ein Festtagskomitee gegründet worden. Händeringend werden noch freiwillige Helfer gesucht, die sich bei Alfred Arnold (Fradl) oder Toni Nüssel melden sollen.
Bürgermeister Hans Tischhöfer flachste zu Beginn seines Grußwortes: " Haben wir wohl den Klotz am Bein? Wir müssen versuchen, aus der Turnhalle mit Wohnung und Schützenkeller das Beste zu machen." An die Mitglieder des ASV appellierte Tischhöfer, den Vorstand, der sich "über die Maßen für den Verein strapaziert hat", tatkräftig zu unterstützen und zusammenzuhalten.
Bei den Ehrungen gab es für 25 Jahre Treue Urkunden und die silberne Ehrennadeln für Gerhard Assmann und Johannes Munk. Die Vorsitzenden zeichneten für 40 Jahre Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel aus: Herta Börner, Cillie Heinrich, Josef Kofer, Thomas Markus, Günther Wölkl und Heinrich Günther. Bruno Preißinger