Matthias Einwag "Es ist momentan die einzige Möglichkeit, Kunst vernünftig in die Öffentlichkeit zu bringen", sagt Hermann Hacker. Der Vorsitzende der Kulturinitative Staffelstein (KIS) hat feststellen müssen, "dass wegen Corona kaum noch jemand lacht". Da kam ihm die Anfrage von Quartiermanager Michael Böhm gerade recht, der die KIS bat, für den Stadtkern etwas anzubieten, das die Leute zum Lächeln bringt.

Tatsächlich stellen wir während eines Spaziergangs durch die Bahnhof- und die Bamberger Straße fest, dass sich Menschen über die kleinen Kunstwerke amüsieren. Am umbaubedingt leerstehenden Hypo-Bank-Gebäude zücken einige erheiterte Urlauber ihre Smartphones, um die ausgestellten Karikaturen zu fotografieren.

Leerstehende Häuser einbezogen

Genau so haben es sich Hermann Hacker und Michael Böhm gewünscht. "Es war eine gute Idee, die beiden leerstehenden Gebäude am Marktplatz in die Ausstellung mit einzubeziehen", sagt Böhm. Seine Beobachtung: "Die Leute bleiben stehen, schauen sich's an - die Ausstellung hat ein rundes Konzept, das kommt an." Lobend fügt er hinzu: "Wir wissen, dass die KIS vieles auf die Beine stellt - und was kann man in Corona-Zeiten Besseres machen als Lach-Art?" Seine beiden Favoriten sind Anton Köchelers "Alpenländische Idylle" und Hermann Hackers Staffelberg-Touristen, die sich wie Lemminge kolonnenartig über die Felsenkrone stürzen. Der Clou an Köchelers Bild: Der Künstler ergänzte einen Flohmarktfund, ein alpenländisches Landschaftsgemälde, mit röhrendem Hirsch, gewitzt mit einem Bärenmarke-Teddy und einer Milka-Kuh.

Nicht jeder kann karikieren

Hermann Hacker erzählt, dass von den rund 15 Angehörigen der KIS-Gruppe "Kunst" nicht alle etwas mit der Themenstellung anfangen konnten: "Es ist gar nicht einfach, Karikaturen mit lokalem Bezug zu schaffen. Man muss kritisch sein, darf aber nie beleidigen."

Im Mittelpunkt stand bei der KIS der Gedanke, die Altstadt zu beleben und einige kleine Attraktionen zu schaffen, "denn die Leuten kommen, wenn Attraktives geboten wird", ist sich der KIS-Vorsitzende sicher.

Neben Hermann Hacker beteiligten sich Hildegard Strohldreyer, Anton Köcheler, Hubert Kolling, Clemens Muth, Roland Krappmann, Uwe Fischer und Manfred Popp mit kleinen Kunstwerken an der "Lach-Art".

Frank Mirsberger, Vorsitzender der Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft, sieht die Zusammenarbeit sehr positiv: "Wir finden das Projekt gut und würden uns gerne im nächsten Jahr wieder an der Kunstaktion beteiligen." Mit Kunst könne man schließlich vieles witzig ausdrücken. "Den Humor in den Fokus zu rücken, ist wichtig in der heutigen Zeit."