Die Konjunkturumfrage der IHK für den Wirtschaftsraum Kulmbach überzeugt mit starken Ergebnissen. Nicht nur die aktuelle Geschäftslage, sondern auch die Erwartungen schätzt die Kulmbacher Wirtschaft positiver ein als alle anderen oberfränkischen Teilregionen. Auch der Konjunkturklimaindex setzt seinen Höhenflug fort und notiert bei 143 Zählern. Ein so hoher Wert wurde im Kulmbacher Gremiumsbezirk noch nie gemessen.
Die wirtschaftliche Situation der Betriebe aus der Wirtschaftsregion Kulmbach wird vornehmlich positiv eingestuft. 52 Prozent der befragten Firmen geben in der Maiumfrage eine positive Lageeinschätzung zu Protokoll. Weitere 46 Prozent bewerten die Geschäftslage als befriedigend und gerade zwei Prozent der Befragten sind mit der Geschäftssituation ihres Unternehmen nicht zufrieden.
Auffallend ist, dass der Anteil der negativen Beurteilung der Geschäftslage zum dritten Mal hintereinander bei nur zwei Prozent liegt. "Die Lagebeurteilung in Kulmbach kann sich sehen lassen und spricht für eine gute Marktposition der Kulmbacher Unternehmen", so Michael Möschel, Vizepräsident der IHK für Oberfranken Bayreuth und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach.
Dabei berichtet vor allem die exportierende Wirtschaft von einem gestiegenen Auftragsvolumen. Auch beim Inlandsgeschäft überwiegen die positiven Einschätzungen, wenn auch auf niedrigerem Niveau.
Ein weiterer Indikator für die gute wirtschaftliche Lage der Unternehmen ist die hohe Kapazitätsauslastung. Alle befragten Unternehmen berichten von einer vollen beziehungsweise befriedigenden Auslastung. "Dass uns kein Unternehmen eine rückläufige Auslastung meldet, hatten wir auch noch nicht so häufig", freut sich der Vizepräsident.


Voller Zuversicht

42 Prozent der Unternehmer erwarten, dass sich die Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten weiter verbessern wird. 52 Prozent prognostizieren in der Konjunkturumfrage eine Fortsetzung auf dem aktuellen Niveau, nur sechs Prozent kalkulieren eine Verschlechterung der konjunkturellen Lage ein. "Das sind kammerweit die besten Erwartungen und die beste Einstufung durch die Kulmbacher Wirtschaft seit acht Jahren", so Möschel. "Die Kulmbacher Wirtschaft gibt ein wirklich starkes Bild ab." Inlandsnachfrage und Exporte tragen gleichermaßen zu dieser positiven Einschätzung bei. Beide Werte gehören zu den Top-Ergebnissen im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken Bayreuth.


Investitionsbereitschaft groß

Im Fahrwasser der positiven Geschäftsprognosen fallen auch die Investitions- und Beschäftigtenentwicklung positiv aus. "Wir messen eine nochmals steigende Investitionsbereitschaft bei der Kulmbacher Wirtschaft. Das sind gute Nachrichten für die ganze Region", so Möschel.
Ähnliches gibt es zu der geplanten Beschäftigtenentwicklung zu berichten. In keiner anderen Region wollen so viele Unternehmen Neueinstellungen vornehmen wie im Landkreis Kulmbach. "Dass der heimische Arbeitsmarkt so gut wie leer gefegt ist, bekommen die Unternehmen aber immer mehr zu spüren", betont Möschel. "Nicht der Brexit, die protektionistische Politik der USA oder die steigenden Ölpreise sind derzeit die größte Gefahr für die Konjunkturentwicklung im Landkreis, sondern die fehlenden Fachkräfte." Schließlich führe dieser Fachkräftemangel dazu, dass immer mehr Unternehmen bei ihren Planungen gebremst werden und sogar Aufträge nicht annehmen können. Alarmierend sei die Situation bei den Lkw-Fahrern, macht Möschel klar. "Der Fachkräftemangel im Logistiksektor hat zunehmend Auswirkungen weit über die Branche hinaus."
Mittel- bis langfristig erhofft sich Möschel positive Effekte durch die Universität. "Die Studenten werden nicht nur die Nachfrage im Einzelhandel und in der Gastronomie ankurbeln, sondern auch als gut qualifizierte Mitarbeiter den Wirtschaftsraum voranbringen." red