Einen Rückgang bei der Zahl der Ausbildungsverträge verzeichnet die IHK für Oberfranken Bayreuth in den ersten drei Monaten dieses Jahres im IHK-Gremium Kulmbach. Ihre Zahl sank von 87 auf 78. Bernd Rehorz, Bereichsleiter Berufliche Bildung bei der IHK, schätzt, dass die Zahl der Ausbildungsverträge bis zum Jahresende im Landkreis Kulmbach noch auf rund 300 steigen wird.
"Ich gehe davon aus, dass wir die Lücke zum Vorjahr noch schließen. Trotzdem bleiben aber immer mehr Lehrstellen unbesetzt, dies wird sich auch 2018 nicht ändern. Unsere Mitgliedsunternehmen wird dies wieder vor etliche Herausforderungen stellen", so Michael Möschel, Vizepräsident der IHK und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach. "Wollen unsere Unternehmen weiter expandieren - und die aktuellen konjunkturellen Rahmenbedingungen sind ja hervorragend - brauchen sie Fachkräfte. Auszubildende sind hier ein elementarer Bestandteil." Finden die Unternehmen keine Fachkräfte, können sie im schlimmsten Fall Aufträge nicht mehr annehmen. "Eine Entwicklung, die wir von immer mehr Unternehmen erfahren", so Möschel.
Im Vergleich zu 2010 wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 2018 bereits 26 Prozent mehr Ausbildungsverträge unterschrieben, gegenüber 2017 verzeichnet des IHK-Gremium ein Minus von 16 Prozent, fasst Rehorz zusammen.
"Längst hat sich die berufliche Ausbildung als vielseitigster
Einstieg ins Berufsleben etabliert. Hinzu kommen Praxisnähe, Aufstiegsmöglichkeiten und Zukunftssicherheit", macht sich
Möschel für die Ausbildung stark. Auch für Abiturienten sei eine Ausbildung eine gute Alternative. "Wer sich noch nicht schlüssig ist, ob ein Studium oder eine Ausbildung die bessere Alternative ist, dem empfehle ich unbedingt eine Ausbildung." Ein Studium könne auch im Anschluss an die duale Ausbildung erfolgen. Möschel: "Eine sehr gute Alternative ist auch eine Weiterbildung während der beruflichen Tätigkeit mit entsprechendem Abschluss." Längst ist etwa ein Abschluss als Industriemeister gleichgestellt mit einem Bachelor.
Auch für Studienaussteiger biete die Ausbildung hervorragende Chancen. "Diese Zielgruppe ist für unsere Mitgliedsunternehmen nicht zuletzt auch deshalb sehr interessant, weil sie gute Vorkenntnisse mitbringt und über Erfahrung im Lernen verfügt", so Möschel. Deshalb habe die IHK für Oberfranken Bayreuth auch spezielle Sprechstunden für Studienaussteiger eingerichtet. red