Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat auf der Biolebensmittel-Messe "Biofach" sieben Landwirte mit dem Förderpreis "Gemeinsam Boden gut machen" ausgezeichnet. Darunter ist auch der Kulmbacher Milchviehberieb von Hermann Grampp.
Die Landwirte aus sieben Bundesländern erhalten eine Anschubfinanzierung, um künftig von konventionellem Anbau auf ökologische Bewirtschaftung umstellen zu können. Damit werden 2018 weitere 4134 Hektar in Deutschland nach Bio-Kriterien bewirtschaftet.
Das Projekt wird unterstützt durch die "Alnatura Bio-Bauern-Initiative" und weitere Unternehmen.
"Die Auswirkungen des hohen Einsatzes von Pestiziden und synthetischen Düngemitteln sehen wir in Deutschland immer stärker. Unsere Natur ist zunehmend in Gefahr. Landwirte stehen heute häufig vor der schwierigen Entscheidung: wachsen oder weichen", so Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Wir freuen uns, dass wir Bäuerinnen und Bauern die Chance bieten können, einen alternativen Weg zu gehen, auf ökologische Landwirtschaft umzustellen und dabei gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile zu erzielen." Auch im vierten Förderjahr sehe man, "dass das Interesse der Landwirte an einer Umstellung sehr groß ist". Die Landwirte erhalten durch den Förderpreis eine Anschubfinanzierung von 20 000 bis 60 000 Euro. Insgesamt wird 2018 eine Fördersumme von 310 000 Euro ausgeschüttet.
Seit Beginn des Projekts "Gemeinsam Boden gut machen" konnten bereits 53 Landwirte auf ihrem Weg zum Bio-Betrieb unterstützt werden. Zusammen wird damit nun eine Fläche vergleichbar mit der Größe der Insel Sylt (fast 10 000 Hektar) ökologisch bewirtschaftet. Durch die Umstellung sind diese Flächen nun frei von synthetischen Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat, die nachweislich Böden, Insekten und Vögeln schaden.
Von insgesamt 52 Bewerbungen wurden elf Betriebe ausgewählt. Zwei unabhängige Gremien beurteilten die Bewerber nach ihrem Beitrag für die umweltverträgliche Produktion regionaler Bio-Lebensmittel. red