Es ist nicht das erste Mal, dass die Marktschorgasterin bei der Fashion Week in Berlin im Einsatz war. Bereits zum vierten Mal war ihr Können im internationalen Team der Marke La Biosthetique gefordert. Zusammen mit Kolleginnen aus sechs Ländern sorgte sie dafür, dass bei den Models jede Haarsträhne sitzt.
Diesmal war sie dafür verantwortlich, die Models des Berliner Szene-Labels „GmbH“ perfekt zu stylen. Für das Label war es zugleich die Jubiläums-Show zum zehnjährigen Bestehen. „Es wurde ganz tolle Mode gezeigt“, schwärmt Annette Kurz-Mähringer.
Arbeit unter Zeitdruck
Was auf dem Catwalk mühelos und lässig wirkt, ist das Ergebnis harter Arbeit unter großem Zeitdruck. „Man weiß nie, was einen erwartet“, sagt die 58-Jährige, die das Prozedere schon aus ihren früheren Einsätzen kennt. „Haare, Make-up, Looks – alles ist top secret. Man erfährt erst am Tag der Show, was gefordert ist.“
Außergewöhnlich war in diesem Jahr, dass von den 30 Models nur sechs Frauen waren, der Rest waren Männer. Leichter macht das den Job aber nicht. „Die erhalten teilweise sogar mehr Make-up“, sagt Kurz-Mähringer.
Sleeker Look gefordert
Das Stylen der Haare war sogar eine extreme Herausforderung, erklärt sie. Gefordert war ein „sleeker Afro-Look“. Sleek – das bedeutet, dass die Models so aussehen sollen, als würden sie gerade mit nassen Haaren aus dem Schwimmbad kommen. „Es muss aber absolut natürlich wirken“, betont die Spezialistin. Jede einzelne Strähne, jede Locke muss perfekt halten.
Der Arbeitstag für die 25 Haar- und Make-up-Stylisten beginnt in der Regel um 10 Uhr. Da bekommen sie die Looks präsentiert, die sie später an den Laufsteg-Models umsetzen müssen. Dann wird bis 16 Uhr an anderen Models geübt, ehe es zur Show-Location geht.
Das war in diesem Jahr der Garten des Kronprinzenpalais. Dort präsentierte das „GmbH“-Label seine Jubiläumskollektion „Desire Paths“ („Wunschpfade“). Zwei Stunden blieb den Stylisten, den Laufsteg-Akteuren den Look für den Abend zu verleihen. Vier Models begaben sich dabei vertrauensvoll in die Hände von Annette Kurz-Mähringer.
„Das ist dann schon anspruchsvoll und stressig“, sagt die Marktschorgasterin mit Blick auf das Zeitfenster, in dem das Styling über die Bühne gehen muss. Eine weitere Herausforderung ist, dass alles auf engstem Raum passieren muss: Haare, Make-up, Einkleiden.
Tolles Erlebnis
Auch wenn die Marktschorgasterin, die seit dem Jahr 2000 einen Salon in ihrem Heimatort betreibt und seit zwölf Jahren auch in Bayreuth vertreten ist, schon zum vierten Mal bei der Fashion Week dabei war, so wird es für sie nicht langweilig. Im Gegenteil. „Es ist immer ein tolles Erlebnis und eine Bereicherung.“
Die 58-Jährige nimmt außerdem wertvolle Kenntnisse über die Trends des kommenden Jahres mit nach Hause, die ihren Kundinnen und Kunden zugutekommen. „Die wollen ja schließlich auch up to date sein.“