Wer derzeit durch das Weißmaintal mit seinen markanten Muschelkalkhängen bei Trebgast und Neuenmarkt wandert, kann ein besonderes Naturschauspiel erleben: Wanderschäfer Johannes Kraft aus dem mittelfränkischen Aischgrund zieht mit rund 500 Schafen und Ziegen durch die steilen Hanglagen. Die Beweidung trägt nicht nur zum Landschaftsbild bei, sondern leistet einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz, teilt der Landschaftspflegeverband in einer Pressemeldung mit.

Vom Frühjahr bis in den Herbst beweidet die Herde die für die Landwirtschaft schwer nutzbaren Flächen. Das rund 400 Hektar große Flora-Fauna-Habitat (FFH) „Mainaue mit Muschelkalkhängen zwischen Kauerndorf und Trebgast“ ist das größte seiner Art im Landkreis Kulmbach und zugleich ein bedeutender Baustein des Biotopverbundnetzes Natura 2000.

Für den Schäfereibetrieb ist die naturschutzorientierte Beweidung neben der Fleischerzeugung ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Die Vergütung erfolgt über das Vertragsnaturschutzprogramm sowie die Landschaftspflegerichtlinie des bayerischen Umweltministeriums. Das Flächenmanagement übernehmen die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt und der Landschaftspflegeverband.

Im vergangenen Jahr konnten weitere fünf Hektar privater Flächen in das extensive Weidesystem integriert werden. Gleichzeitig gilt es, die dort in den vergangenen drei Jahren gepflanzten rund 100 Obsthochstämme vor Verbiss zu schützen. Die Bäume wurden vom Grundstückseigentümer gemeinsam mit dem Maschinenring- und Betriebshilfsring Kulmbach gepflanzt und sind vor den mit der Herde ziehenden Ziegen durch entsprechende Schutzvorrichtungen gesichert. Neben ökologischen Vorteilen bietet die Wanderschäferei auch einen besonderen ästhetischen Mehrwert.

Die Teilnehmer einer Exkursion des Landschaftspflegeverbands waren sich einig: Das harmonische Bild einer durch Schafe und Ziegen beweideten Kulturlandschaft macht den besonderen Reiz aus.red