Jess Ittner aus Niederfüllbach hatte eigentlich gar keinen Start in Roth geplant. Schließlich hatte sie erst eine Woche zuvor beim Ironman Frankfurt teilgenommen. Sie meldete erst für die Challenge nach, nachdem in Frankfurt die Raddistanz von 180 auf 125 Kilometer und die Laufstrecke von 42,1 auf 21,1 Kilometer halbiert worden war.

Jess Ittner holt EM-Silber

In Frankfurt hatte sie sich dank der zweitbesten Radzeit (3:25:32 Stunden) auf Rang 10 kämpfte sich Ittner auf Platz 10 nach vorne gekämpft und im Laufen mit der besten Laufzeit aller Starterinnen (1:29,17 Stunden) auf Rang 2 in der Altersklasse 30 bis 34 Jahre verbessert. Weil der Ironman auch als Europameisterschaft ausgetragen wurde, durfte Ittner EM-Silber in Empfang nehmen. In der Gesamtwertung der Damen in Frankfurt verpasste Ittner Platz 3 nur um neun Sekunden. Damit war die für das Run&Bike Team Coburg startende Ittner nicht ganz zufrieden: „Ich hatte mir mehr erhofft. Aber die Kürzung hat mir leider nicht in die Karten gespielt.“

So lief es in Roth

Weil sie inzwischen zu den Top-Triathletinnen in Deutschland gehört, bekam Ittner kurzfristig einen Startplatz bei der Challenge Roth . Die Niederfüllbacherin ging ohne Druck, aber mit viel Ungewissheit in Roth an den den Start. „Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was eine Woche nach dem Hitzerennen in Frankfurt möglich sein würde. Meine Motivation war aber riesig“, sagte sie.

Kurz nach dem Start im Main-Donau-Kanal kassierte sie einen Schlag auf die Nase und schwamm schließlich am Rand weg vom Getümmel weiter. Mit ihrer Zeit von 1:12:54 Stunden für die 3,8 Kilometer Schwimmen war Ittner nicht zufrieden. „Ich war zunächst etwas deprimiert, denn das war noch langsamer als in Frankfurt.“

Auf dem Rad gab sie nach verhaltenem Beginn ab Kilometer 20 richtig Gas. „Die Kilometer verflogen förmlich und die Wattzahlen lagen konstant über meinem eigentlichen Plan.“

Marathon in 3:01:42

Obwohl der Wind in Runde 2 deutlich zunahm, fühlten sich ihre Beine weiter „unglaublich gut an“. Nach 4:58:51 Stunden und einem Durchschnittstempo von 36 km/h wechselte die 33-Jährige auf die Laufstrecke. Hier lief Ittner ein starkes Rennen und machte Platz um Platz gut. „Bei Kilometer 25 warteten meine Familie und Freunde an der Lände und riefen mir zu, dass der Rückstand auf die Führende in meiner Altersklasse nur noch knapp zwei Minuten betrug. Das und die vielen Zuschauer, die meinen Namen riefen, haben mir unglaublich viel Energie gegeben“, berichtet Ittner.

Schließlich lief sie nach starken 3:01:42 Stunden „voller Freude und Stolz ins Stadion ein“. Mit ihrer Zeit von 9:17,06 Stunden ließ sie viele Profisportlerinnen hinter sich und belegte unter allen Frauen Rang 12. Damit war Ittner zweitbeste Deutsche nach Carolin Pohle (8:31:35), die beim Sieg von Alanis Siffert aus der Schweiz (8:09:09) auf Rang 5 kam, und schnellste ihrer Altersklasse 30 bis 34.

Schmid vor Friedmann

Eine starke Leistung bot auch der Burgkunstadter Marc Schmid. Der für den ASC Kronach-Frankenwald startende Triathlet beendete das Rennen nach in 9:28:21 Stunden. In der Gesamtwertung kam Schmid auf Rang 219, in der Altersklasse 35 bis 39 Jahre wurde er 39. Sieben Sekunden nach ihm lief der für den MTC München startende Kulmbacher Carsten Friedmann ins Ziel und landete in der AK 30 auf Rang 30 (Gesamt-220.)

Eine halbe Stunde schneller als bei seinem Roth-Debüt vor zwei Jahren war der Kulmbacher Michael Schoberth. Trotzdem war der 37-Jährige vom ASV Triathlon Kulmbach mit seinen 12:56:49 Stunden nicht zufrieden. „Ich bin eine Stunde hinter meinem Ziel zurückgeblieben. Aber in meinem Wettkampf war einfach der Wurm drin.“ Beim Schwimmen sei er abgedrängt worden. Beim Radfahren hatte Schoberth mit dem ständig stärker werdenden Wind zu kämpfen. Das forderte seinen Tribut, so dass er beim Marathon teilweise gehen musste.