Die Grenzen zwischen E- und U-Musik zu überwinden, das ist der Sinn von Crossover-Projekten. Radspitz, eine der bekanntesten Partybands Bayerns, und die Hofer Symphoniker, eines der bayerischen Spitzenorchester, ist dies mit dem Projekt „Amadeus rockt“ am Mittwochabend bei den Plassenburg-Open-Airs nach vielen Jahren Pause mit einem gigantischen Konzert gelungen.

Das Crossover-Projekt war für viele Musikfreunde das Konzertereignis des Jahres. Einmal mehr haben das Orchester unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Enrico Delamboye und die Band um Frontman Klaus Pfreundner zeitlose Rockhits in symphonischem Glanz erstrahlen lassen.

„Amadeus rockt“ hat längst eine Generationen übergreifende Fangemeinde. Das beweist die Tatsache, dass das vor rund einem Jahr angekündigte Konzert binnen weniger Tage ausverkauft war. Auch das Zusatzkonzert tags darauf war sehr gut besucht. Mittlerweile sind für das kommende Jahr weitere „Amadeus-rockt“-Events angekündigt.

Aufwendig arrangiert

Gegründet wurde das Crossover-Format 2006 von Radspitz rund um Klaus Pfreundner und den Hofer Symphonikern. Die Idee war, dass das Orchester zusammen mit der Band aufwendig arrangierte Stücke spielt. Jetzt, 20 Jahre später, hat das Format nichts an seiner Faszination verloren.

Radspitz stach dabei mit tollen Gesangs- und Soloparts heraus, während der symphonische Apparat des etwa 50 Musiker starken Orchesters seine Qualitäten als groovender Klangkörper voll und ganz ausspielte.

Das Konzert stellte vor allem auch eindrucksvoll unter Beweis, dass die Grenzen zwischen E- und U-Musik fließend sind und die Gräben zwischen den beiden Genres von echten Könnern spielend überwunden werden. Hier traf Rock-Feeling auf orchestrale Wucht.

Auf dem Programm standen Giganten der Rockgeschichte, wie etwa die „Bohemian Rhapsody“ von Queen, „Eye of the tiger“ von Survivor, der James-Bond-Song „Skyfall“ von Adele aber auch Deutsches wie „Solang man Träume noch leben kann“ von der Münchner Freiheit.

Sämtliche Titel wurden perfekt nachgespielt und nachgesungen und von einem symphonisch angelegtem Klangbett untermalt. Freilich muss man zugeben: Das Orchester spielte über weite Strecken „nur“ eine Nebenrolle. Das Ergebnis konnte sich trotzdem hören und auch sehen lassen. Nicht nur aufgrund der atemberaubenden Synergie von Klängen und Emotionen, sondern auch vom Drumherum.

Die fünf Radspitz-Musiker Klaus Pfreundner an den Keyboards, Johannes Klütsch am Schlagzeug, Konstantin Hübner an der Gitarre, Dirk Pandura am Bass und Lars Rau, Gesang holten sich als Gäste den Keyboarder Robin Birner aus Kulmbach, Radspitz-Urgestein Peter Hienert an der Gitarre und die Sängerin Sophia Weinberger mit auf die Bühne geholt.

Konzept funktioniert

Nun, ganz so neu ist die musikalische Verbindung von Klassik und Rock freilich nicht. Schon vor über 40 Jahren spielte das London Symphony Orchestra unter dem Titel „Rock Symphonies“ mehrere Alben mit Rock-Titeln ein. Immer wieder wurde Rock in klassische Musik eingebettet.

Erstaunlich ist deshalb viel mehr, dass dieses Konzept noch immer funktioniert, was letztlich eben doch für die Kraft der Musik, gleich welcher Richtung spricht.

Die Termine für die Fortsetzungen stehen bereits fest: Amadeus wird am 30. April 2027 in der Hofer Freiheitshalle und am 20. November 2027 in der Oberfrankenhalle in Bayreuth wieder rocken. Der Kartenvorverkauf für diese beiden Konzerte hat bereits begonnen.

Am Ende kam dann „Amadeus“ in Gestalt von Lars Rau leibhaftig auf die Bühne. Zusammen mit Klaus Pfreundner performte er den gleichnamigen Falco-Song, der dem Projekt den Namen gab.