Die Freien Wähler (FW) im Kreisverband Kulmbach unternehmen eine viertägige Reise, die noch einen besonderen Grund hatte. Ziel war das niederländische Apeldoorn, eine Stadt mit 162 000 Einwohnern etwa 90 Kilometer südöstlich von Amsterdam.
Die Gemeinde in der Provinz Gelderland pflegt schon länger Verbindungen mit dem Landkreis Kulmbach, die nun vertieft wurden. Daher stand an der Spitze der FW-Delegation mit weiteren Interessenten Landrat Klaus Peter Söllner, der erstmals 2014 im Oranje-Park zu Apeldoorn war bei einem Festival für gutes Essen und Trinken. Schließlich ist er der Vorsitzende der Genussregion Oberfranken, und die holländische Gemeinde hat mit Alfred van Geijn einen internationalen Botschafter für diese Genussregion. Da gilt es als selbstverständlich, das weiter auszubauen.
Im Rathaus bestand dazu genügend Gelegenheit, die Kulmbacher wurden dort herzlich empfangen. Und Bürgermeister Detlev Cziesso, der Oberfranken privat kennt, meinte, man könne von der Genussregion Oberfranken etwas lernen und ähnliches hier bewirken.
"Erleben steht bei uns vor genießen", wies er auf De HogeVeluwe hin, den größten Naturpark der Niederlande gleich neben Apeldoorn. Dort präsentiert sich auf 5400 Hekar ein ungewöhnliches Stück anderes Holland: Mit Wald, Heide und mittendrin Sanddünen. Das bestaunten die Kulmbacher und ebenso das Kröller-Müller-Museum mit der größten Van Gogh-Ausstellung weltweit, inmitten der Natur.
Aufs Essen zurückkommend, sagte der Bürgermeister: "Bei uns gibt es auch was ganz Spezielles, den ,Heten Bliksen' (Heißen Blitz), ein Gericht mit Bratwurst, Kartoffeln und Äpfeln."
Er schmunzelte und meinte da hätten die Oberfranken mit dem lukullischen Angebot als immatrielles Kulturerbe schon etwas mehr zu bieten.
Dass die Niederlande und Gelderland ein wirtschaftlich hochentwickeltes Land sind, brachte eine Bildpräsentation zur Abfall- und Klimatechnik näher. Sie regte Söllner an, einen Austausch anzustreben, "weil Kulmbach unter den bayerischen Landkreisen auf diesem Gebiet eine führende Rolle einnimmt".
Ihn veranlasste der Besuch im Rathaus auch zum Hinweis: "Nur gemeinsam sind wir stark, müssen auch den jungen Leuten deutlich machen, dass Demokratie und Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit sind." hw