Wer möchte nicht einmal die prächtige und faszinierende „Königin der Instrumente“ erklingen lassen. Wohl auch deshalb stieß das „Orgelschnuppern“ in der St.-Nikolaus-Kirche in Windheim auf großes Interesse. Gast auf der Orgelempor war dazu der Regionalkantor der Dekanate Coburg-Kronach, Georg Hagel aus Vierzehnheiligen.

Allein der Prospekt der 1970 durch die Firma Hey aus Sondheim erbauten Orgel mit ihren 1045 Pfeifen bot einen imposanten Anblick. Hagel erläuterte die drei Möglichkeiten der Orgelausbildung in der Erzdiözese Bamberg . Für den „grundlegenden Orgelunterricht benötige man bereits Vorkenntnisse. Man müsse Noten lesen können und einen ein- bis zweijährigen Klavierunterricht absolviert haben, schließlich sei die Orgel ein komplexes Instrument, das mit Händen und Füßen gespielt werde. Weiter informierte der Regionalkantor über die D-Ausbildung zum nebenberuflichen kirchenmusikalischen Dienst an der Orgel . Sie dauere in der Regel drei Jahre und werde mit einer Prüfung abgeschlossen. Wöchentlich erhalte man dazu 45 Minuten Orgelunterricht und erlerne auch die Fähigkeit zum gesanglichen Vortrag. Auch ein theoretischer Teil mit Harmonielehre-Aufgaben und Gehörbildung sei in die Ausbildung integriert.

Darüber hinaus gebe es noch die Möglichkeit zum sogenannten C-Kurs, eine zweijährige Ausbildung, die schon ein kleines Kirchenmusikstudium darstelle. Als Orgellehrer stünden im Moment Georg Hagel in Vierzehnheiligen und Kirchenmusiker Rainer Endres im Dekanat Kronach zur Verfügung.

Nachlesen können Interessenten dies alles auf der Homepage des Amts für Kirchenmusik unter www.amt-fuer-kirchenmusik.erzbistum-bamberg.de.

Der Regionalkantor begleitete die Abendmesse als Organist und ließ auch bei seinem Vortrag viele der 1300 Orgelpfeifen erklingen. Hier wurde schnell deutlich, warum die Orgel die „Königin der Musikinstrumente “ genannt wird und heuer auch als Musikinstrument des Jahres ausgezeichnet wurde. Als Zugabe und Dank für die Aufmerksamkeit spielte Hagel die Toccata und Fuge in d-moll von Johann Sebastian Bach . Die Zuhörer spendeten spontan Beifall für die wunderbaren Klänge.

Es ist vorgesehen, dass die Kirchenstiftung St. Nikolaus Windheim regelmäßig einmal im Jahr zum „Orgelschnuppern“ einlädt. eh