Gibt es einen bislang unbekannten Lucas Cranach? Jedenfalls soll in Kronach in Kürze ein wiederentdecktes Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren enthüllt werden.

Im neuesten Buch „Die Cranach-Verschwörung“ von Friederike Schmöe geht es um Mord und andere Verbrechen, die die Bamberger Detektivin Katinka Palfy aufzuklären hat. Der Verein „1000 Jahre Kronach “ setzte mit einer Autorinnenlesung gleich zu Beginn des Jubiläumsjahres anlässlich des 550. Geburtstags Cranachs einen besonderen Glanzpunkt. Mit ihrem Krimi macht die Autorin auch auf die Geburtsstadt des berühmten Künstlers aufmerksam. Und das auf eine ebenso spannende wie vergnügliche Art und Weise.

„Ich bin oft in Kronach “, erklärte die Autorin im Gespräch mit dieser Zeitung. Friederike Schmöe kennt sich bestens aus in Oberfranken. Sie beschreibt in ihren Büchern Gegenden und Orte so, dass der Leser sie selbst dann wiedererkennt, wenn sich die Autorin die Gegebenheiten ausdenkt. „Das liegt daran, dass mich Orte sehr inspirieren. Wenn ich irgendwo bin, spüre ich oft: Mensch, das muss in den Krimi kommen. Dann baut sich ein Ort förmlich in mir auf.“

Unheimlich viel Atmosphäre

Kronach eigne sich für Krimis „total gut“, sagte sie. Wenn man beispielsweise am Abend durch die Gassen gehe oder wenn es einmal niesele oder neblig sei, empfinde sie unheimlich viel Atmosphäre. „Das ist ja genau das, was ich in die Kriminalromane reinbringen will.“ Die Kunst schwimme da natürlich mit, aber wichtiger sei es ihr, zu beschreiben, wie es sich anfühlt, über Kopfsteinpflaster zu laufen oder die Schatten der Häuser zu sehen. „So was finde ich stark. So was will ich dem Leser mitgeben.“

Bei der Vorstellung ihre neuen Werkes „Die Cranach-Verschwörung“ erzählte Schmöe davon, vor einiger Zeit einen Vortrag über Verbrechen in der Kunst besucht zu haben. Da habe sie im Hinterkopf schon eine Ahnung gehabt, aus diesem Stoff etwas machen zu wollen. Man könne Kunst rauben oder fälschen. Dann habe sie nach einer regionalen Verortung gesucht – und diese auch gefunden: „Ich bin auf das Lucas-Cranach-Jahr gestoßen.“

Ihr Verlag sei bei dieser Idee sofort dabei gewesen. „Und jetzt ist das Buch da und ich stehe hier.“ Es ist der 15. Krimi um die Privatdetektivin Katinka Palfy und den FT-Reporter Dante Wischnewski – eine ihrer absoluten Lieblingsfiguren.

Zum Inhalt: Wenige Tage vor der Präsentation des neuentdeckten Cranachgemäldes stürzt die Studentin Lara in einem Bamberger Hochhaus durch einen Müllschacht, den es längst nicht mehr geben dürfte. Die Spur führt Palfy zu einer Galeristin in Kronach und einem exaltierten Maler, die sich tief in ein Netz aus Lügen und Realitätsverlust verstricken.

In diesem Krimi verrät die Autorin schon sehr bald Hintergründe und Zusammenhänge. Die verschiedenen Fäden laufen aber erst gegen Ende richtig zusammen. Friederike Schmöe verstand es, ihre Zuhörer zu begeistern. Am Schluss musste sie zahlreiche Bücher widmen. Für jeden einzelnen Fan nahm sie sich Zeit. Die Gäste lobten die ganz andere Herangehensweise an das Cranach-Jahr. „Einfach großartig“, war zu hören.

Der stellvertretende Vorsitzende von „1000 Jahre Kronach “, Dirk Eilers, freute sich, dass so viele Krimifans ins Historische Rathaus gekommen waren. Neben Stadträtin Martina Zwosta konnte er auch die neue Kreiskulturreferentin Julia Völker begrüßen.

Weltweite Bekanntheit

Der Verein mit seinem Vorsitzenden Manfred Raum besteht seit 31 Jahren und freut sich gerade in diesem Jahr über Veranstaltungen, die mit Lucas Cranach verbunden sind. Wer durch die Amtsgerichtsstraße läuft, sieht abends erhellte Fenster, in denen immer Dinge über den Künstler oder das Vereinsgeschehen ausgestellt sind. Auch ein Objekt des Monats wird präsentiert. „Wir wollen klar machen, dass dieser Cranach weltweit bekannt ist“, so Eilers. Auch in vielen Museen seien Werke des großen Sohns der Stadt Kronach zu sehen.

Es gibt heuer noch viel zum Lucas-Cranach-Jahr zu erleben. Infos finden Interessierte online unter www.kronach.de.